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Verbraucher: Stärkeren Schutz bei Immobilienkrediten gefordert

Die negativen Erfahrungen mit Schrottimmobilien Ende der 90er Jahre zeigt Wirkung: Verbraucherschützer fordern von Brüssel einen deutlich besseren Schutz privater Kunden bei Immobilienkrediten.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat von Brüssel einen deutlich besseren Schutz privater Kunden bei Immobilienkrediten gefordert. Die Finanzierungen müssten in die allgemeinen Schutzbestimmungen für Verbraucherkredite einbezogen werden, sagte Frank-Christian Pauli von der Verbraucherzentrale in Berlin. Der Schutz für solche Verbundgeschäfte sehe auch ein Rückgaberecht vor. "Die negativen Erfahrungen mit Schrottimmobilien in den 90er Jahren zeigen den dringenden Handlungsbedarf."

Vorsicht, wenn Vermittler drängt

Hunderttausenden Anlegern waren damals mit so genannten Erwerbermodellen völlig überteuerte Immobilien verkauft worden. "Wir wissen von Anwälten, dass der Wert von Eigentumswohnungen vielfach nicht einmal 50 Prozent des Darlehensbetrags erreichte", erläuterte Pauli. Es wird von einer Zahl zwischen 300.000 und einer Million Geschädigter ausgegangen. In Göttingen hatten sich am Wochenende gut 2.000 Menschen getroffen, die mit überteuerten Immobilien reingelegt worden waren. Die Erwerber würden jetzt nur mit sehr hohen Verlusten aus den Verträgen heraus kommen. Pauli warnte davor, sich zu einem Immobilienkauf drängen zu lassen. "Wenn ein Verkäufer oder Vermittler von Darlehen zur Eile drängt, dann ist immer Vorsicht geboten."

Mit besserem Schutz gut für Altersvorsorge

Um eigenverantwortlich zum Beispiel bei der Altervorsorge agieren zu können, ist nach Meinung der Verbraucherzentrale Bundesverband ein besserer Anlegerschutz in Deutschland unbedingt notwendig. Dazu zähle die Umkehr der Darlegungs- und Beweislast. Wer Anlageprodukte an private Verbraucher verkaufe, müsse seine Beratung und Information der Kunden belegen können.

Mehr Pflichten für Vermittler

Neben der Verlängerung der Verjährungsfristen seien auch mehr Pflichten für Vermittler notwendig. "Der Schrottimmobilienskandal wurde erst möglich, weil Banken und Bausparkassen mit freiberuflichen Vermittlern und Strukturvertrieben zusammenarbeiteten, die keine höheren Auflagen haben als Losverkäufer auf dem Rummelplatz", kritisiert die Organisation.

DPA