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Vorsicht Wohnungsbrand: Wenn nicht nur die Kerze brennt...

Jetzt beginnt die Hochsaison der Wohnungsbrände: eine umgefallene Kerze, ein brennender Weihnachtsbaum oder Silvesterböller im Zimmer - schon muss die Feuerwehr anrücken. Zum Schaden kommt oft auch noch Ärger mit der Versicherung.

Tannenzweige, Gardinen und elektrische Geräte sind leicht entflammbar

Tannenzweige, Gardinen und elektrische Geräte sind leicht entflammbar

An Weihnachten und Silvester häufen sich die Einsätze der Feuerwehr. Wohnungsbrände, die durch umfallende Kerzen, entzündete Weihnachtsbäume oder Silvesterböller verursacht werden, halten die Einsatzkräfte auf Trab. Oft unterschätzen die Wohnungsinhaber die Gefahr, die von einer brennenden Kerze ausgeht, so der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe (bvbf). Unmittelbar über der Flamme entstehen nämlich Temperaturen von bis zu 750 Grad Celsius. Diese Hitze kann leicht trockene Tannenzweige oder anderes brennbares Material in der Umgebung entzünden.

Ärger mit der Versicherung

Hat der Adventskranz Feuer gefangen und die Wohnung oder sogar das Haus in Mitleidenschaft gezogen, kommt zum Schock oft noch der Ärger mit der Versicherung. Grundsätzlich zahlen Wohngebäude-, Hausrat- oder Privathaftpflichtversicherung bei einem Feuerschaden. Wurde jedoch der Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführt, kann die Versicherung den Schadensersatz verweigern.

In einem vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelten Fall wurde eine Mieterin der grob fahrlässigen Brandstiftung angeklagt. Sie war zu Toilette gegangen, während ihr Adventskranz mit brennenden Kerzen auf dem Tisch stand. Danach öffnete sie einem Gast die Tür und sperrte sich dabei versehentlich aus. Es kam zu einem Brand. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters forderte darauf von der Mieterin einen Schadensersatz, jedoch ohne Erfolg. Derartige "menschliche Unzulänglichkeiten" entsprächen nur "leichter Fahrlässigkeit", so das Gericht (AZ: 7 S 4333/01).

Gefahrenquelle Lichterkette

Eine immer häufigere Gefahrenquelle sind unsachgemäß angebrachte oder falsch bestückte Lichterketten. Bereits bei der Auswahl von Ersatzbirnen werden Fehler gemacht. Defekte Lichter sollten grundsätzlich nur durch solche mit der gleichen Wattstärke ersetzt werden. Stärkere Birnen können zu Bränden führen. Sie ziehen zuviel Energie. Dadurch überhitzen sich die dünnen Stromkabel im Dauerbetrieb. Ein Schwelbrand ist dann die Folge.

Grundsätzlich sind Mieter für den Brandschutz in ihrer Wohnung verantwortlich. Daher sollten sie in ihrer Wohnung mögliche Gefahrenquellen ausfindig machen. Der Berliner Mieterverein gibt in der Dezemberausgabe seines Mietermagazins Tipps dazu, die im Internet unter berliner-mieterverein.de abrufbar sind.

Rauchmelder nicht überall Pflicht

Nicht in allen Bundesländern ist die Installation von Rauchmeldern Pflicht. Der Münchener Mieterverein rät jedoch dringend, sie in der Wohnung zu installieren. Sie alarmieren die Bewohner schon bei geringer Rauchentwicklung, so dass sie die Wohnung verlassen können, ehe der Brand richtig ausbricht. Rauchmelder sollten mindestens im Flur jeder Etage sowie in den Schlafzimmern an der Decke angebracht werden. Eine Übersicht über Rauchgasmelder, die mit dem Prüfzeichen der "Schadenverhütung, Zertifizierungsstelle für Rauchmelder" (VdS) ausgestattet sind, gibt es im Internet unter www.rauchmelder-lebensretter.de.

Der Vermieter trägt die Verantwortung, dass sein Wohngebäude brandschutzrechtlich auf dem neuesten Stand ist. Er hat dafür zu sorgen, dass ausreichend Feuerlösch- und Rettungsgeräte bereit stehen. Grundsätzlich muss es in Wohnhäusern zwei voneinander getrennte Rettungswege geben. In Ausnahmefällen kann der zweite Rettungsweg auch durch die Drehleiter der Feuerwehr ersetzt werden.

Rettungswege müssen frei sein

Der Vermieter ist auch dafür zuständig, dass die Zufahrten freigehalten werden und die Feuerwehr genügend Aufstellflächen für ihre Fahrzeuge zur Verfügung hat. Aber auch die Mieter müssen selbstverständlich darauf achten, dass Ausgänge, Treppenhäuser und Flure nicht versperrt sind. Denn es kostet im Gefahrenfall wertvolle Zeit, falsch geparkte Autos abzuschleppen oder sperrige Gegenstände aus Fluren zu entfernen.

Reiner Fischer/DDP / DDP