HOME

Ärztestreik: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Patienten-Tod

Starb eine Patientin, weil ihr OP-Termin verschoben wurde? Für die Staatsanwaltschaft in Göttingen besteht nach dem Tod einer Herzkranken jedenfalls ein Anfangsverdacht auf fahrlässige Tötung.

Nach dem Tod einer während des Ärztestreiks nicht in das Göttinger Universitätsklinikum aufgenommenen Patientin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Man gehe der Frage nach, warum die Frau trotz eines schlechten EKGs nicht stationär in der Uniklinik behandelt worden sei, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Göttingen, Hans-Hugo Heimgärtner. Es bestehe ein Anfangsverdacht auf fahrlässige Tötung.

"Kein Zusammenhang"

Der Sprecher des Universitätsklinikums, Stefan Weller, sagte, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Tod der Frau und dem Ärztestreik. Nach Angaben von Weller meldete sich die Frau erstmals am 9. Mai mit Herzbeschwerden in der Uniklinik. Nach einer Untersuchung habe man ihr seinerzeit zu stationärer Aufnahme geraten. Auf Wunsch der Frau sei die Aufnahme jedoch auf den 2. Juni verschoben worden.

Vor dem Aufnahmetermin sei die Patientin dann noch einmal von einem Oberarzt befragt worden. Sie habe dabei erklärt, es ginge ihr nicht schlechter. Daraufhin habe man die Aufnahme um eine weitere Woche verschoben. Am 4. Juni habe die Patientin dann einen Herzinfarkt erlitten und sei daran gestorben. Es handele sich um "eine schicksalhafte Situation, die auch zu jedem anderen Zeitpunkt hätte eintreten können", sagte der Kliniksprecher.

AP / AP