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arbeiten-ausland: Arbeiten in Dänemark

Wer in Dänemark arbeitet, hat für die Erholung gleich das Meer in der Nähe. Denn kein Ort in dem Inselstaat ist weiter als 52 Kilometer von der Küste entfernt.

Arbeitserlaubnis: Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums benötigen keine Arbeitserlaubnis, außer für die Färöer und Grönland. Alle anderen Bürger benötigen zur Arbeitsaufnahme eine Erlaubnis.

Arbeitsvertrag: Der Arbeitsvertrag kann sowohl schriftlich als auch mündlich geschlossen werden. Auch eine stillschweigende Vereinbarung ist möglich. Ratsam ist auf jeden Fall eine schriftliche Fassung. In Dänemark gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für die Laufzeit von Arbeitsverträgen. Häufig werden sie auf unbestimmte Zeit geschlossen und erst durch die Kündigung des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers beendet. Angestelltenverträge bis zur höheren Führungsebene sind meist kurz und knapp gehalten, da auf die gesetzlichen Vorschriften für eine Einstellung nach dem Angestellten- und dem Feriengesetz verwiesen wird. Für Angestellte kann eine Probezeit von drei Monaten vereinbart werden. In dieser Zeit beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage. Danach beträgt sie von Seiten des Angestellten einen Monat, von Seiten des Arbeitgebers ist die Kündigungsfrist nach Betriebszugehörigkeit gestaffelt. Fristlose Kündigung ist bei grober Vertragsverletzung möglich.

Arbeitszeit: Sie ist in Dänemark nicht gesetzlich geregelt. Im Allgemeinen beträgt die Arbeitszeit 37 Stunden pro Woche. Grundsätzlich umfasst sie fünf Arbeitstage und einen gesetzlichen Ruhetag, der in der Regel sonntags gewährt wird. Sofern die Art der Arbeit dies erforderlich macht, kann auch ein anderer Tag gewährt werden.

Aufenthaltsgenehmigung: Generell gilt: Wer länger als drei Monate in Dänemark bleiben möchte, braucht eine Aufenthaltsgenehmigung. Diese muss innerhalb der drei Monate beim zuständigen Bezirksamt (Statsamt) des Wohnortes beantragt werden. Möglich ist auch, den Antrag bereits vor Einreise bei der Vertretung Dänemarks zu stellen. Die Genehmigung ist für fünf Jahre gültig. Eine Aufenthaltserlaubnis wird nur dann ausgestellt, wenn ein fester Wohnsitz in Dänemark nachgewiesen werden kann. Ausnahme: Aufgrund des Nordischen Übereinkommens gelten diese Bedingungen nicht für Staatsangehörige Finnlands und Schwedens.

Gehalt: In Dänemark gibt es keine Tariflöhne oder feste Gehaltsstrukturen. Das Gehalt ist also Verhandlungssache. In der Regel orientieren sich die Unternehmen am vorherigen Gehalt und stocken dies um zehn bis 20 Prozent auf. Gehälter sind in Dänemark mit rund 32 Prozent sehr hoch besteuert. Ein 13. Monatsgehalt ist nicht üblich. Gängig sind hingegen kleinere Geschenke zur Weihnachtszeit, die bis 300 DK steuerfrei sind. Während des Urlaubs wird das Gehalt in vollem Umfang weitergezahlt. Hinzu kommt ein Urlaubsgeld in Höhe von einem Prozent des letzten Jahresgehaltes. Im Vergleich zu Deutschland sind die Gehälter durchschnittlich etwa 15 Prozent niedriger.

Soziale Absicherung:Zu entrichten sind an Sozialversicherungsbeiträgen nur Arbeitslosen- und Zusatzversicherung, da die soziale Sicherheit im Wohlfahrtsstaat Dänemark hauptsächlich aus Steuergeldern finanziert wird. Alle Einwohner über 67 Jahre erhalten eine staatliche Einheitsrente, zu der keine Beiträge geleistet werden müssen. Für Arbeitnehmer gibt es eine Zusatzrente, für die während der Erwerbstätigkeit ein Monatsbeitrag von 20 Mark gezahlt werden muss. Die Mitgliedschaft in der Arbeitslosenversicherung ist freiwillig.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Das Gesetz sieht vor, dass jeder, der infolge einer Krankheit oder eines Unfalls vorübergehend nicht arbeitsfähig ist, Anspruch auf einen Ausgleich seiner Einkommenseinbuße hat. Bei fortdauernder Arbeitsunfähigkeit erhält der Arbeitnehmer eine Sozialrente. Der Ausgleich kann bis zu höchstens 52 Wochen plus zwei Wochen, für die der private Arbeitgeber aufzukommen hat, gezahlt werden. Der Arbeitnehmer bezieht ein Tagegeld (sygedagpenge), das während der ersten zwei Wochen seiner Arbeitsunfähigkeit vom Arbeitgeber und in der darauffolgenden Zeit vom Sozialamt (sociale udvalg) gezahlt wird. Zum Bezug des Tagegeldes, das vom Arbeitgeber zu zahlen ist, muss der Arbeitnehmer mindestens 13 Wochen vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit beschäftigt gewesen sein und in diesem Zeitraum mindestens 120 Stunden gearbeitet haben. Weiterführende Informationen zum Thema Soziale Sicherung hält die Staatliche Anstalt für Soziale Sicherung bereit.

Urlaub: Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf einen Jahresurlaub von 30 Tagen, die sich aus zweieinhalb Tagen pro Arbeitsmonat ergeben. Zugrundegelegt wird dabei das vorangegangene Arbeitsjahr. Drei Wochen sind in der Hauptferienzeit vom 2. Mai bis zum 30. September zu nehmen. Zusätzlich können sich Arbeitnehmer auf zehn gesetzliche Feiertage im Jahr freuen.

Visum: Wer kein Staatsbürger eines EU-Landes ist, benötigt zur Einreise nach Dänemark ein Visum. Es gilt für maximal drei Monate und muss im jeweiligen Heimatland beantragt werden.

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