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arbeiten-ausland: Arbeiten in Schweiz

Einfach ist es nicht, sich als Ausländer zum Arbeiten in der Schweiz niederzulassen: Nur eine bestimmte Anzahl an Aufenthaltsbewilligungen wird pro Jahr vergeben. Wem es trotzdem gelingt, der darf sich meist auf höhere Gehälter freuen.

Arbeitserlaubnis: Eine gesonderte Arbeitserlaubnis wird nicht benötigt, sie ist in der Aufenthaltsbewilligung enthalten. Generell ist es schwer, als Ausländer in der Schweiz Arbeit zu finden. Bewerber aus EU-Ländern haben Vorrang. Eine Aufenthaltsbewilligung wird nur erteilt, wenn kein Schweizer Bewerber auf die Stelle passt.

Gastarbeiterabkommen mit Deutschland: 1955 wurde zwischen Deutschland und der Schweiz ein sogenanntes Gastarbeiterabkommen geschlossen. Dieses ermöglicht jedes Jahr einer bestimmten Anzahl junger Deutscher zwischen 18 und 30 Jahren sich zur Perfektionierung der beruflichen und sprachlichen Fähigkeiten für eine begrenzte Zeit in der Schweiz aufzuhalten. Der Aufenthalt ist im Allgemeinen auf ein Jahr befristet, kann aber um bis zu sechs Monate verlängert werden.

Arbeitsvertrag: Eine schriftliche Fassung des Arbeitsvertrages ist nicht zwingend erforderlich. Üblich und empfehlenswert ist allerdings ein schriftlicher Vetrag. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis beiderseits mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen auf das Ende der Arbeitswoche gekündigt werden. Die Probezeit beträgt zwischen einem und drei Monaten. Danach hängt die Frist für die Kündigung von der Zeit der Beschäftigung ab. Bei einer Beschäftigungsdauer bis zu einem Jahr, beträgt die Kündigungsfrist einen Monat zum Monatsende, bei zwei bis neun Jahren zwei Monate zum Montasende. Bei längerer Beschäftigung ist eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Monatsende einzuhalten.

Arbeitszeit: Durchschnittlich beträgt die Arbeitszeit 40 Stunden in der Woche. Diese sind im Allgemeinen an fünf Tagen abzuleisten. Pro Tag dürfen nicht mehr als zwei Überstunden geleistet werden, die durch Freizeit ausgeglichen werden müssen. Falls dies nicht möglich ist, werden die Überstunden mit 25 Prozent Aufschlag auf den normalen Lohn vergütet.

Aufenthaltsgenehmigung: Wer sich länger als drei Monate in der Schweiz aufhalten möchte oder wer eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz anstrebt, benötigt eine Aufenthaltsbewilligung. Sie wird von der Fremdenpolizeibehörde erteilt. Entscheidend für eine Bewilligung sind kantonale Gesichtspunkte, vor allem die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Besorgnis der Überfremdung. Aufenthaltsbewilligungen folgen einem Kontingentierungssystem, d.h. jeder Kanton sowie der Bund sind berechtigt, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen. Die Kontingente werden jedes Jahr neu festgesetzt. Die Aufenthaltsbewilligung wird befristet erteilt und ist nur für die Arbeitsaufnahme bei einem bestimmten Arbeitegeber gültig. Das bedeutet, dass bei jedem Stellen-, Berufs- oder Kantonswechsel eine neue Bewilligung von Nöten ist. Generell muss die Aufenthaltsbewilligung jedes Jahr neu beantragt werden. Die Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung wird im Allgemeinen vom künftigen Arbeitgeber eingeholt und dem Antragsteller im Vorfeld zugestellt.

Gehalt: Die Höhe der Löhne und Gehälter ist in der Schweiz zumeist das Resultat von individuellen Gehaltsverhandlungen. Mindestlöhne sind häufig durch Gesamtarbeitsverträge, ausgehandelt von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, geregelt. Die Gehälter sind in der Schweiz verglichen mit den EU-Ländern sehr hoch. Weltweit verzeichnet die Schweiz das höchste Pro-Kopf-Einkommen. Relativiert werden die hohen Gehälter allerdings durch vergleichsweise hohe Lebenshaltungskosten.

Soziale Absicherung: Obligatorisch ist die Alters-, Renten- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Ihre Finanzierung erfolgt durch Beiträge des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers sowie durch Zuschüsse des Bundes und der Kantone. Der Arbeitgeber behält vom Lohn die Arbeitnehmerbeiträge ein und führt sie zusammen mit seinem Anteil in gleicher Höhe an die zuständige Kasse ab.

Arbeitgeber und -nehmer müssen außerdem je zur Hälfte Beiträge an die Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende in Armee und Zivilschutz (EO) entrichten.

Ein Rentenanspruch besteht in der Schweiz für Männer ab 65 und Frauen ab 62 Jahren. Ausländer erhalten nur eine Rente, wenn sie ihren Wohnsitz in der Schweiz haben und mindestens während zehn vollen Jahren Beiträge entrichtet haben. Relativiert wird diese Regelung zum Teil durch Sozialversicherungsabkommen zwischen einzelnen Ländern. So haben Deutsche zum Beispiel nach einem Jahr Erwerbstätigkeit in der Schweiz Anspruch auf eine Teilrente.

Ergänzend zur AHV wurde die Berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BV) eingeführt. Dort ist jeder beitragspflichtig, der als Arbeitnehmer in der AHV versichert ist. Der Arbeitgeber übernimmt oft zwei Drittel der Beiträge, den Rest trägt der Arbeitnehmer.

Eine Krankenversicherungspflicht auf Bundesebene gibt es nicht. Einige Kantone haben allerdings die Pflichtversicherung eingeführt. Ausländern wird auf jeden Fall geraten, eine Krankenversicherung abzuschließen. Für die Arbeitslosenversicherung werden monatlich ein Prozent des Gehaltes vom Arbeitgeber und ein Prozent vom Arbeitnehmer gezahlt.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Der Arbeitgeber ist nur dann dazu verpflichtet, wenn das Arbeitsverhältnis bereits mehr als drei Monate andauert oder auf mehr als drei Monate befristet ist. Im ersten Dienstjahr erfolgt eine Fortzahlung über den Zeitraum von drei Wochen, danach über einen angemessenen längeren Zeitraum.

Urlaub: Ein Urlaubsanspruch ist gesetzlich verankert und beträgt mindestens vier Wochen im Jahr. Viele Gesamt- und Normalarbeitsverträge garantieren einen höheren Urlaubsanspruch. Während des Urlaubs wird der Lohn in vollem Umfang weitergezahlt.

Visum: Mit gültigem Reisepass darf man sich bis zu drei Monaten in der Schweiz aufhalten. Wer länger bleiben möchte, benötigt ein Visum.

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