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Job-Verlust: Arbeitslosigkeit geht alle an

Arbeitslosigkeit ist längst zu einem Phänomen geworden, das alle Alters- und Bildungsschichten in Deutschland betrifft. Hier finden Sie einen Überblick, der Ihnen erläutert, was für Ansprüche Sie als Arbeitslose haben - und was Sie tun können, um möglichst schnell einen neuen Job zu finden.

Bei Arbeitslosigkeit führt kein Weg vorbei an der Bundesagentur für Arbeit

Bei Arbeitslosigkeit führt kein Weg vorbei an der Bundesagentur für Arbeit

Verschlankung": Das klingt eher positiv, doch gerade in Krisenzeiten wird von der Unternehmenskommunikation diese geschönte Formulierung genutzt, um den Abbau von Personal anzukündigen, die Entlassung von Mitarbeitern. Denn jede nicht mehr besetzte Stelle bietet Einsparpotenziale, auch wenn die Kosten für die Kündigung oder Trennung von einem Mitarbeiter - inklusive einer Abfindung - oft den Nutzen des Arbeitsplatzabbaus in Frage stellen.

Arbeitslosigkeit geht dabei mittlerweile alle an. Der junge Absolvent einer Elite-Universität kann genauso betroffen sein wie der fachkundige Abteilungsleiter über 50.

Startet eine Kündigungswelle im Betrieb, wird nach dem Prinzip der Sozialauswahl verfahren. Im Prinzip bedeutet das: Wer die größte finanzielle Verantwortung für seine Familie trägt oder aufgrund seines Alters oder einer Behinderung nur schwer eine neue Arbeitsstelle findet, darf seinen Arbeitsplatz behalten. Ganz oben auf der Kündigungsliste stehen junge, ungebundene Mitarbeiter. In der Regel sind sie ortsunabhängig und können - aus Sicht des Unternehmens - ohne familiäre Verpflichtungen relativ schnell einen neuen Job finden.

Doch selbst, wer schon lange im Betrieb ist oder Verantwortung für eine kinderreiche Familie trägt, sollte sich nicht zu sicher sein: Werden ganze Abteilungen abgebaut oder an andere Standorte verlagert, droht auch diesen Mitarbeitern die Kündigung.

Das Krisenmotto lautet: Jeder ist ersetzbar

Besonders schwer wird es in Krisenzeiten, wenn viele Menschen gleichzeitig ihren Arbeitsplatz verlieren. Vor allem Alleinerziehende und Teilzeitkräfte bekommen schnell Probleme, eine neue Tätigkeit zu finden. Schwierig wird es auch für Mitarbeiter über 55 Jahre, obwohl gerade sie meist ein über Jahre gewachsenes Fachwissen besitzen.

Eigeninitiative und Kreativität auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz sind in jedem Fall gefragt. Dazu gehört zunächst ein aktives Bewerbungsmanagement. Aber auch der Wille und Mut, etwas Neues anzufangen, sich vielleicht wieder in der Hierarchie ein bisschen weiter unten als bisher einzufügen oder sogar die vertraute Branche zu wechseln.

Hartz IV deckt nur Minimalbedürfnisse ab

Durch die Arbeitslosenversicherung sind die ersten Monate finanziell gesichert. Schwierig wird es für alle, denen es nach zwölf Monaten nicht gelungen ist, eine neue Tätigkeit zu finden. Dann endet - außer in begründeten Ausnahmefällen und bei Arbeitslosen über 55 Jahre - die Zahlung des Arbeitslosengeldes I. Nur wer kein privates Vermögen besitzt und wessen Partner nicht ausreichend für beide verdient, hat Anspruch auf staatliche Unterstützung. Arbeitslosengeld II - oder einfach Hartz IV - deckt nur noch die Minimalbedürfnisse des Lebens.

Doch es gibt viele Möglichkeiten, die Arbeitslosigkeit als Chance für einen Neuanfang zu nutzen. In unserem Ratgeber "Gekündigt und arbeitslos - was nun?" erfahren Sie, was Sie bei Arbeitslosigkeit tun müssen, welche Ansprüche Sie haben, wie Sie diese gegenüber den Behörden durchsetzen - und wie Sie möglichst schnell wieder einen neuen Arbeitsplatz finden oder sich selbständig machen können.

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