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Arbeitsmarkt "Europa": EU-Arbeitsmarkt birgt keine Vorteile

Nur 24 Prozent der deutschen Arbeitnehmer stehen den internationalen Karrieremöglichkeiten positiv gegenüber. Dies ergab eine Umfrage, an der sich Arbeitnehmer aus sieben europäischen Ländern beteiligt haben.

Rund zehn Jahre nachdem die nationalen Märkte der EU-Mitgliedsstaaten zu einem einzigen Binnenmarkt verschmolzen sind ist der erweiterte Arbeitsmarkt gegenwärtig für die Mehrheit der europäischen Beschäftigten wenig attraktiv. Dies zeigt eine Umfrage der europäischen Internet-Jobbörse StepStone, an der sich mehr als 2.100 Arbeitnehmer in sieben Ländern Europas beteiligt haben.

Mehr als 40 Prozent der Befragten sehen keine Vorteile im EU-Arbeitsmarkt und sind der Meinung, dass Arbeiten im Ausland nach wie vor mit großen bürokratischen Hindernissen verbunden ist. Als noch weniger chancenreich beurteilen die deutschen und niederländischen Kollegen den erweiterten Jobmarkt: Knapp 50 Prozent glauben nicht, den größten Binnenmarkt der Welt für sich gewinnbringend nutzen zu können. Einzig die norwegischen und belgischen Befragten glauben, dass sich ihre Job-Chancen durch den EU-Binnenmarkt vergrößert haben. Während sich hierdurch 43 Prozent der Norweger und 37 Prozent der Belgier mehr Möglichkeiten versprechen, sind nur 14 Prozent beziehungsweise 32 Prozent der Meinung, dass die Suche nach neuen Jobs über die Grenzen des eigenen Landes hinaus wenig Vorteile bietet.

Lediglich 12 Prozent der europäischen Arbeitnehmer haben in der Vergangenheit die Möglichkeiten des europäischen Binnenmarktes genutzt beziehungsweise arbeiten heute noch im europäischen Ausland. Und weitere 30 Prozent erhoffen sich von dem europäischen Arbeitsmarkt bessere Chancen, wenngleich sie bislang von den internationalen Möglichkeiten noch keinen Gebrauch gemacht haben.

"Aufgrund der gegenseitigen Anerkennung von Hochschuldiplomen und Facharbeiterabschlüssen sowie dem Recht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes steht der grenzüberschreitenden Arbeitssuche rein theoretisch nichts im Weg. Praktisch jedoch empfinden die meisten Arbeitnehmer die Suche nach einem Job bei ihren europäischen Nachbarn als sehr mühsam. Dies ist umso bedauerlicher, als dass die Bereitschaft, im Ausland neue berufliche Wege einzuschlagen, sehr groß ist. Denn nur 17 Prozent der europäischen Arbeitnehmer zeigen grundsätzlich kein Interesse an einem Auslandsjob", kommentiert Ralf Baumann, Vorstand von StepStone Deutschland, dieses Ergebnis.

An der Umfrage auf den Internetseiten von StepStone in Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Italien, Belgien und Holland nahmen insgesamt 2.172 Personen teil.

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