HOME

Arbeitsrecht: Teure Zwangsversetzung

Der Wind weht rau auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitnehmer müssen viele Unannehmlichkeiten auf sich nehmen, um ihre Jobs zu behalten - auch erhebliche Benzinkosten.

Die betriebsbedingte Versetzung eines Mitarbeiters ist auch dann zulässig, wenn sie für den Betroffenen zu erheblichen Mehrkosten führt. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil des Landesarbeitsgerichts (LAG) Rheinland- Pfalz in Mainz hervor. Nach Überzeugung der Richter ist die Versetzung vom so genannten Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Eine Ausnahme gelte nur, wenn im Arbeitsvertrag ausdrücklich ein bestimmter Arbeitsort festgeschrieben sei (AZ: 6 Sa 326/04).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines Arbeitnehmers ab. Er hatte sich dagegen gewandt, dass er an einen neuen Arbeitsort versetzt worden war. Er kritisierte, dass er jetzt monatlich 400 Euro für Benzin zahlen müsse, weil der neue Arbeitsplatz von seinem Wohnort weiter entfernt liege. Unter sozialen Gesichtspunkten sei dies unzumutbar.

"Belastungen hoch, aber zumutbar"

Das Gericht teilte diese Auffassung nicht. Der Arbeitgeber habe plausibel dargelegt, dass die bisherige Stelle des Klägers weggefallen sei. Zwar seien die finanziellen Belastungen für den Kläger hoch, aber zumutbar. Als Alternative, so ließen die Richter erkennen, warte auf ihn möglicherweise die Arbeitslosigkeit. Er habe die Möglichkeit, die Belastungen durch Steuerfreibeträge zu mindern.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel