Bayern Urabstimmung angelaufen


Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben am Montag in Bayern Urabstimmungen für einen unbefristeten Streik begonnen.

Den Auftakt hätten Beschäftigte des Münchner Klinikums Großhadern gemacht, sagte Norbert Flach von der Gewerkschaft Verdi. Auch in einigen Autobahnmeistereien seien die Urabstimmungen angelaufen. Bis Donnerstag sollen Beschäftigte in Dienststellen des Freistaates entscheiden, ob sie in einen Arbeitskampf eintreten wollen. Verdi wendet sich damit gegen die geplante Verlängerung der Arbeitszeit auf 42 Stunden und die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Es wird erwartet, dass rund 15.000 der insgesamt 115.000 Arbeiter und Angestellten des Freistaates zu der Urabstimmung aufgerufen werden. Dieser Aufruf erfolge nur punktuell, da Verdi nicht verpflichtet sei, vor einem unbefristeten Ausstand eine Urabstimmung durchzuführen, sagte Flach. Man habe sich aber dafür entschlossen, um sicherzugehen, dass die Beschäftigten einen Streik auch tatsächlich mittragen. Die Gewerkschaft rechnet mit einer großen Mehrheit für unbefristete Streiks. Sie will damit erreichen, dass der Freistaat den von Verdi mit Bund und den Kommunen im Februar letzten Jahres vereinbarten Tarifabschluss übernimmt.

In die Urabstimmung werden angestellte Lehrer und Forstbeschäftigte nicht einbezogen, da sie anderweitig gewerkschaftlich organisiert sind. Das Ergebnis soll am 10. Februar zusammen mit den Abstimmungsergebnissen für die Länder-Beschäftigten in anderen Bundesländern auf Bundesebene bekannt gegeben werden. Bei entsprechender Zustimmung könnte ein unbefristeter Ausstand in Bayern am 13. Februar beginnen.

Bayerns DGB-Landeschef Fritz Schösser sagte Verdi Unterstützung zu. Man werde die Aktionen "handfest unterstützen, damit es zu einem vernünftigen Paket für die Beschäftigten kommt", erklärte Schösser in München. In Baden-Württemberg lief unterdessen die größte Streikwelle im öffentlichen Dienst seit 14 Jahren an. Dort wenden sich die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Kommunen gegen die geplante Ausweitung der Arbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden.

DPA DPA

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