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Bewerbungsunterlagen: Die Macht des ersten Eindrucks

Mit einer schriftlichen Bewerbung gibt man eine Art Visitenkarte ab, eine erste Arbeitsprobe. Deshalb sollte der erste Eindruck unbedingt positiv sein.

"You never get a second chance, to make a first impression" - eine zweite Chance bekommen Sie nicht, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen. An diesem Motto eines amerikanischen Managers ist viel dran. Gerade für eine Bewerbung sollte man sich diesen Satz zu eigen machen. Denn Bewerbungsunterlagen zeigen dem Arbeitgeber schwarz auf weiß, wie der Kandidat später arbeitet: ob sorgfältig oder nachlässig, strukturiert oder chaotisch, verschnörkelt oder straff. Deshalb sollten sich Bewerber unbedingt ausreichend Zeit nehmen für ihre Unterlagen nehmen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass allein das Anschreiben mehrere Stunden in Anspruch nimmt und die Erstellung des Lebenslaufs sogar ganze Tage. Insgesamt eine Mühe, die sich jedoch lohnt.

Bei der schriftlichen Bewerbung kommt es darauf an, in komprimierter Form alle wichtigen Argumente, die für einen sprechen, gut formuliert vorzutragen. Der zukünftige Arbeitgeber soll auf den Bewerber und seine Fähigkeiten neugierig gemacht werden. Es sollte der Wunsch entstehen, den Kandidaten kennenlernen zu wollen.

Das Anschreiben

Ein gelungener Auftakt beim Bewerbungsanschreiben ist das A und O. Der Bewerber muss sich von der Konkurrenz abheben, indem er auf typische und sehr langweilige Eröffnungen wie "Hiermit bewerbe ich mich..." verzichtet.

Bessere "Eröffnungen" sind zum Beispiel:
- "Sie beschreiben eine berufliche Aufgabe, die mich besonders interessiert..."
- "Sie sind ein Unternehmen das..., und ich habe....zu bieten."
- "Ich stelle mich Ihnen als... vor und habe großes Interesse an...."

Nach dem "Einstieg" geht es darum, knapp und überzeugend dafür zu argumentieren, dass man der beziehungsweise die Richtige für die zu besetzende Stelle ist. Auf welche Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften kann man verweisen? Erfolg versprechend wird das Anschreiben dann sein, wenn der Bewerber seine Motivation glaubwürdig zum Ausdruck bringen kann. Als Bewerber sollte man immer eine plausible Antwort auf die Frage: "Warum wollen Sie gerade in unserem Unternehmen arbeiten?" haben.

Wie umfangreich sollte das Anschreiben sein?

In der Kürze liegt die Würze: Der Personalentscheider hat weder Lust noch Zeit, Romane zu lesen. Beschränken Sie sich auf sechs bis acht, maximal zehn Sätze. Und das Anschreiben sollte man besser immer zuletzt in Angriff nehmen. Viel wichtiger ist es zunächst, den Lebenslauf zu konzipieren.

Der Lebenslauf

Die wichtigsten Informationen und Argumente, die für den Bewerber sprechen, werden in tabellarischer Form dargestellt. In der Regel erwarten Arbeitgeber den Lebenslauf in maschinen- beziehungsweise PC-geschriebener Form. Nur selten bitten Unternehmen um einen handgeschriebenen Lebenslauf oder überhaupt um eine Handschriftenprobe. Sie erhoffen sich davon, Aufschluss über die Persönlichkeit des Bewerbers zu bekommen. Übrigens: Der Lebenslauf darf ruhig länger als eine Seite sein.

Folgende Punkte sollten im Lebenslauf enthalten ein:

1. Persönliche Daten
2. Schulbildung
3. gegebenenfalls Hochschulstudium
4. Berufstätigkeit/-ausbildung
5. gegebenenfalls berufliche Weiterbildung
6. gegebenenfalls außerberufliche Weiterbildung
7. gegebenenfalls Sonderinformationen (z.B. Auslandsaufenthalte)
8. Besondere Kenntnisse (z.B.: Fremdsprachen, EDV etc.)
9. Hobbys/Interessen
10. Ort, Datum, Unterschrift

Das Foto

"Bild schlägt Text" ist eine alte Journalistenregel, die besagt, dass die Wirkungskraft von Fotos sehr groß ist. Deshalb sollten Bewerber grundsätzlich nicht irgendein Bild für die Bewerbung auswählen, sondern nur ein wirklich gutes von einem Fotografen. Die Größe des Fotos sollte mindestens etwa 5,5 mal 4 cm sein, besser etwas größer. Um sich von der Masse anderer Bewerbungen abzuheben, sollte man Schwarz-Weiß-Fotos verwenden. Man sollte auch immer mehrere Bilder machen lassen, und mit Partnern und Freunden besprechen, auf welchem Foto man am sympathischsten wirkt. Der korrekte Platz für das Foto ist entweder auf dem Lebenslauf oder auf dem Deckblatt.

Zeugnisse/Zertifikate

Die Kopien von Zeugnissen und anderen Nachweisen werden hinter den Lebenslauf geheftet. Man sollte sich immer die Mühe machen und einen guten Copy-Shop wählen. Zur Reihenfolge der Unterlagen: Je aktueller das Zeugnis, desto weiter oben liegt es. Obwohl seitens der Personalchefs immer wieder behauptet wird, dass Schulnoten oder Inhalte von Arbeitszeugnissen wenig Bedeutung für die Einstellung eines Bewerbers oder einer Bewerberin haben, und dass es letztlich nur um die Kompetenz und den persönlichen Eindruck geht, lässt sich nicht leugnen, dass Zeugnisse bei der Vorauswahl der Unterlagen doch einen großen Einfluss haben.

Referenzen

Eine gute Referenz bietet eine Person aus dem Berufszweig, die schriftlich oder auf telefonische Anfrage bestätigt, dass man genau der Richtige für bestimmte Arbeitsaufgaben ist. Am besten natürlich ein anerkannter Profi in der Branche. Wenn Bewerber so jemanden kennen, sollte man diese Referenz nutzen und vorher absprechen, was die wichtigsten Fähigkeiten sind, mit denen man beeindrucken will.

Arbeitsproben

Komplette Bewerbungsunterlagen geben bereits eine erste Arbeitsprobe. Gut formulierte und strukturierte Unterlagen sprechen für die Klarheit des Denkens und die Art des Arbeitens. Andere Arbeitsproben sind in diesem Bewerbungsstadium eigentlich noch kein Thema. Ausnahme: in wissenschaftlichen und kreativen Berufen. Zum Beispiel könnten Werbeleute auf eine Anzeigenkampagne hinweisen, Wissenschaftler einen Fachartikel, Architekten Listen, gegebenenfalls Fotos ihrer Projekte beifügen.

Extras

Man kann es gar nicht oft genug sagen - es ist wichtig, dass man sich mit den Unterlagen positiv von den Bewerbungsmappen der Konkurrenz abhebt und damit die Aufmerksamkeit des Personalentscheiders weckt. Das gelingt nicht, wenn die Bewerbung aussieht wie die Unterlagen zig anderen, die bei ihm auf dem Schreibtisch landen. Bewerber sollten sich, abgesehen von den üblichen Standards, noch etwas Besonderes einfallen lassen:
- eine dritte Seite
- ein besonders gestaltetes Deckblatt
- ein Anlagenverzeichnis

Die "Dritte Seite"

"Was Sie noch von mir wissen sollten" oder "Warum ich mich bewerbe". So oder so ähnlich könnte die Überschrift für die "Dritte Seite" lauten, die nach dem Lebenslauf in die Mappe geheftet wird. Die Idee für diese Komponente wurde Mitte der 90er Jahre im "Büro für Berufsstrategie" in Berlin entwickelt. Der Hintergrund: Anschreibentext und beigefügte Unterlagen werden vom Arbeitgeber oft nur überflogen. Die Dritte Seite kommt für die meisten Personalentscheider noch ziemlich überraschend und zieht dessen Aufmerksamkeit auf sich. Wem es an dieser Stelle gelingt, in wenigen kurzen Sätzen einen überzeugenden Eindruck zu vermitteln, hat äußerst gute Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.

Inhaltlich darf die auf dieser Seite gewählte "Message" in Zusammenhang stehen mit Aussagen im Anschreiben und Lebenslauf. An dieser Stelle können Bewerber jedoch ruhig ein wenig persönlicher formulieren.

Das Deckblatt

Ähnlich wie ein Buch nicht sofort mit dem eigentlichen Text beginnt, hat das Deckblatt die Funktion eines Titelblattes. Manchmal erscheint hier nur der Name des Bewerbers, oder es wird zusätzlich die Adresse der Firma angegeben. Möglich auch: das Bewerberfoto auf dieser Seite zu platzieren oder ein selbstgewähltes Zitat.

Das Anlagenverzeichnis

Warum sollten sich Bewerber anstelle einer Auflistung aller Anlagen im Anschreiben nicht für ein Extra-Anlagenverzeichnis entscheiden? Diese Seite kann hinter dem Lebenslauf beziehungsweise der "Dritten Seite" platziert werden und bietet dem Leser einen guten Überblick über die folgenden Unterlagen.

Quelle: Büro für Berufsstrategie

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