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Business Knigge: Hier wird Managern geholfen

Muss ich in Japan nach dem Essen rülpsen oder gerade nicht? Ist es unhöflich, wenn ich meinen Teller leer esse? Solche Fragen sind für international agierende Manager nicht ungewöhnlich. Ein Buch verspricht Abhilfe.

"Geschäfte in Japan scheitern in den seltensten Fällen am zu flachen Verneigungswinkel bei der Begrüßung. Und in Russland ist noch kein Geschäft am falschen Trinkspruch geplatzt", sagt Kai Oppel, Autor des im Haufe Verlag erschienenen Buches "Business Knigge international." Nach Gesprächen mit mehr als 30 Kniggeexperten, Managern und Unternehmensberatern im Ausland kommt er zu dem Schluss: "Für Führungskräfte ist es nicht nur wichtig, die gängigsten landestypischen Manieren zu beherrschen."

Wie wirkt das eigene Verhalten?

Mindestens genauso wichtig ist es allerdings für Führungskräfte, die Auswirkungen des eigenen Kommunikations- und Arbeitsstils auf landesfremde Mitarbeiter und Geschäftspartner zu bedenken. "Egal ob man sich in Japan bei Tisch die Nase putzt oder einen Geschäftspartner öffentlich kritisiert: Beides wirkt sehr unhöflich."

Ländertypische Gepflogenheiten

Auf knapp 200 Seiten beleuchtet der Autor für zehn Länder typische Besonderheiten im Geschäftsalltag und geht auf häufige Missverständnisse und Fehlinterpretationen ein. Bei der Auswahl der Länder orientiert sich das Werk einerseits an den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands - wie Frankreich, England oder Spanien. Andererseits erfahren Studenten, Expatriates und Führungskräfte, wie sie sich in aufstrebenden Märkten wie Indien, China oder Russland kniggegerecht bewegen. Trainings- und Schnellkurse helfen dem Leser, sich gezielt auf den Geschäftsaufenthalt in einem Land vorzubereiten.

Zielgruppe des Buches sind jedoch nicht nur Geschäftsreisende, sondern alle Unternehmer mit internationalen Kontakten. "Bei einem Auslandsaufenthalt sind sich Führungskräfte der Kulturunterschiede bewusst. Wenn sie allerdings in Deutschland ausländische Gäste empfangen, missachten sie die landestypischen Gepflogenheiten ihrer Geschäftspartner", erklärt Oppel.

Faux-Pas aus Höflichkeit

So bleiben beispielsweise Geschäftsfreunde aus Dubai bei Besprechungen in Deutschland regelmäßig auf dem Trockenen sitzen, weil hiesige Geschäftspartner die einmalige Ablehnung einer Getränkeofferte für bare Münze nehmen - anstelle das "Nein" ihrer arabischen Gäste als Zeichen von Höflichkeit zu erkennen und ein zweites und drittes Mal nachzufragen. Indem das Buch nicht nur die Kniggeregeln für die jeweiligen Länder nennt, sondern auch die Hintergründe erläutert, will es das Verständnis fördern und dem Leser ein universelles Werkzeug für typische Businesssituationen sein.