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Insolvenzen: 2003 möglicherweise mehr als 100.000 Pleiten

Die Zahl der Insolvenzen droht nach Einschätzung des Statistischen Bundesamtes dieses Jahr erstmals die Marke von 100.000 zu überschreiten.

Wenn sich der Trend von August und September in den letzten drei Monaten dieses Jahres fortsetze, werde es 2003 rund 40.000 Unternehmensinsolvenzen und mehr als 60.000 weitere Insolvenzen zum Beispiel von Verbrauchern oder ehemals Selbstständigen geben, teilte das Bundesamt mit.

Der Anstieg bei den Unternehmenspleiten hat sich allerdings abgeschwächt. Im September wurden 3.266 Insolvenzen von Firmen gemeldet. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Für die ersten neun Monate dieses Jahres zusammen beträgt der Anstieg dagegen sechs Prozent.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im September dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um 53,6 Prozent auf 2.999. Dies gilt als eine Spätfolge der Reform des Insolvenzrechts, mit dem Verbraucherinsolvenzen erleichtert worden waren. In den ersten neun Monaten 2003 zusammen wurden 24.390 Insolvenzen von Verbrauchern gemeldet.

Die von den Gerichten ermittelten offenen Forderungen bei allen Insolvenzen waren in den ersten neun Monaten mit 32,3 Milliarden Euro um ein Drittel niedriger als im Vorjahreszeitraum. Dies dürfte nach Angaben des Amtes darauf zurückzuführen sein, dass mehr kleine Unternehmen Insolvenz anmeldeten und weniger große Firmen.

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