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Job: Gehalt, Fehlzeiten, Arbeitsklima: Wie die Zufriedenheit von Mitarbeitern gemessen wird

Sie sind genervt von Ihrem Job? Das kann vielerlei Ursachen haben. Mal ist das Gehalt zu gering, mal das Arbeitsklima vergiftet. Doch was brauchen Mitarbeiter, um gerne und motiviert zur Arbeit zu gehen?

Was Mitarbeiter glücklich macht und ihre Motivation steigert

Gehalt? Aufgaben? Lob? Was macht Mitarbeiter zufrieden?

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Der Chef schaut Ihnen ständig über die Schulter, Home-Office ist gar kein Thema im Unternehmen, weil der Vorgesetzte dann nicht den Kontrolletti raushängen lassen kann. Der Chef ist zufrieden und glaubt, dass er alles im Griff hat. Blöd nur, dass die Mitarbeiter seine Kontrollsucht fürchterlich finden. Und gar nicht zufrieden sind.

Unfähige Vorgesetzte, wenig Spielraum zur Entfaltung, geringes Gehalt: Es gibt viele Faktoren, die die Mitarbeitermotivation- und zufriedenheit drücken. Doch wie misst man das genau?

Tatsächlich liegt die Zufriedenheit im Spannungsfeld zwischen dem, was man sich von der Arbeit wünscht, und dem, was man tatsächlich vorfindet. Dabei werden einige Faktoren (so genannte Hygienefaktoren) gerne als selbstverständlich vorausgesetzt - doch genau diese können Mitarbeiter demotivieren. Die Arbeitsbedingungen, die Mitarbeiterführung und die Unternehmenspolitik zählen dazu. Auch Sicherheit und Gehalt stehen auf der Liste. Diese Punkte stehen weniger für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz - doch läuft bei ihnen etwas schief, tragen sie zur Unzufriedenheit bei. Ein unsicherer Arbeitsplatz, mies bezahlt, mit schlechten Chefs, in fürchterlichen Büros - das schlägt aufs Gemüt. Auf der anderen Seite erleben Mitarbeiter auch kein Hochgefühl, nur weil sie einen tollen Schreibtisch haben. Oder wissen, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist. Wie undankbar, mögen Chefs denken. Aber um mit der Arbeit zufrieden zu sein, sind andere Punkte wichtig.

Was Mitarbeiter motiviert

Es gibt Faktoren, die die Motivation der Mitarbeiter vergrößern. Dazu zählen Anerkennung, Aufstiegschancen, selbstbestimmtes Arbeiten, Verantwortung und Erfolge. In der Theorie können diese Faktoren auch die Hygieniefaktoren ausgleichen. Allerdings nicht dauerhaft. Wer schon lange nach einer Gehaltserhöhung fragt, und immer nur das nette Arbeitsumfeld unter die Nase gerieben bekommt, wird damit kaum glücklich sein.

Das Problem: Unzufriedenheit ist selten mit einem Knalleffekt verbunden, sondern ist ein schleichender Prozess. Erst fehlt das ehrliche Lob, dann wechselt der Chef - und mehr Gehalt ist auch nicht drin. Vorgesetzte sollten hellhörig werden, wenn die Fehlzeiten stark zunehmen, die Beschwerden sich häufen, die Arbeitsergebnisse nachlassen. Dabei müssen es nicht immer gleich Kündigungen sein. Mitarbeiter, die den Job dringend brauchen oder im fortgeschrittenen Alter sind, schmeißen nicht überstürzt hin. Allerdings arbeiten sie auch nicht mehr engagiert, sondern machen brav Dienst nach Vorschrift. Und sind häufiger krank. Für den Erfolg des Unternehmens sind solche Mitarbeiter eine Katastrophe.

Klar ist: Mitarbeiter, die zufrieden sind, identifizieren sich auch mit ihrer Arbeit und dem Arbeitgeber - davon profitieren also beide Seiten. Denn durch diese Loyalität würden Mitarbeiter sogar dann weiter bei ihrem Arbeitgeber bleiben, auch wenn sie ein lukratives Angebot von einer anderen Firma erhalten würden, ergab eine Studie des Karrierenetzwerks LinkedIn. Unmotivierte, unzufriedene Mitarbeiter hingegen sind auch finanziell belastend: Wie der  Gallup Engagement Index 2017 belegt, kosten diese Mitarbeiter die deutsche Wirtschaft richtig Geld. Jährlich entgeht den Firmen rund 105 Milliarden Euro Gewinn durch sie. 

Erzieher in Deutschland
kg
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