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Verleihfirma U-Haul Ein US-Unternehmen will keine Raucher mehr einstellen. Wäre das in Deutschland erlaubt?

Hund in Video von Anti-Raucher-Kampagne aus Neuseeland




Raucher und stolze Hundebesitzer müssen nun ganz stark sein:


Denn dieses neue Video einer neuseeländischen Anti-Raucher-Kampagne geht tief unter die Haut.


Der Clip zeigt das alltägliche Leben eines Mannes und dessen treuen Vierbeiners.


Gefilmt wird das Ganze aus der Perspektive des Hundes.


Der Mann und sein haariger Freund gehen gemeinsam durch dick und dünn.


Egal ob zu Hause, bei der Arbeit oder beim Bier mit Freunden: Der Hund ist immer mit dabei.


So auch die Zigaretten des Herrchens.


Doch irgendwann verändert sich der sonst so fröhliche Vierbeiner. Er wirkt lethargisch und antriebslos.


Auch der Besitzer bemerkt eine Veränderung im Verhalten seines Hundes.


Schon bald hilft nur noch der Weg zum Tierarzt.


Dort wartet die starke Message des Videos.


Übersetzter Text aus Video: „Wenn Sie in der Umgebung Ihrer Haustiere rauchen, ist es für sie doppelt so wahrscheinlich, an Krebs zu erkranken.“


„Ihr bester Freund wird sie überall hin begleiten.“


„Führen Sie ihn gut.“


Eine Studie der Universität Glasgow bestätigt:


Wenn ein Tier in einer Raucherwohnung lebt, kann es schwere gesundheitliche Schäden durch Passivrauchen davontragen.


Hunde und Katzen atmen den Tabakrauch nicht nur ein, sondern nehmen die toxischen Stoffe auch über die Zunge auf.


Um die Belastung für die Tiere zu reduzieren, sollten Raucher nicht zuhause rauchen.


Neuseeland hat eines der strengsten Anti-Raucher-Gesetze der Welt.


Derzeit kostet eine Schachtel mit 20 Zigaretten umgerechnet rund 17 Euro.


Bis zum Jahr 2025 möchte das Land gänzlich rauchfrei werden.
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Wer bei U-Haul anheuern möchte, muss Nichtraucher sein – so will es das US-Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern künftig vorschreiben. Sind derartige Auswahlkriterien auch in Deutschland erlaubt?

Normalerweise wird in Stellenausschreibungen mindestens skizziert, mitunter auch unüberwindbar zementiert, was ein Applikant für den Job mitbringen muss. Ab dem 1. Februar wird das US-Unternehmen U-Haul auch klar benennen, wer erst gar nicht einen Versuch wagen muss: Raucher, oder "Nikotin-Nutzer", wie die Verleihfirma für Umzugsausrüstung und Lagerung es formuliert.  

"Wir legen viel Wert auf das Wohlbefinden unserer Team-Mitglieder", wird Personalchefin Jessica Lopez in einer Mitteilung von U-Haul zitiert. "Nikotin-Produkte machen abhängig und stellen eine Vielzahl von gesundheitlichen Risiken dar." Die neue Richtlinie des Unternehmens, das nach eigenen Angaben über 30.000 Mitarbeiter in den USA und Kanada beschäftige, sei daher ein "verantwortungsbewusster Schritt zu einer Kultur des Wohlbefindens".

Die Regelung soll in 21 der insgesamt 50 US-Bundesstaaten umgesetzt werden – darunter Atlanta, Texas und Florida – da es nur dort gesetzlich erlaubt ist, einen Bewerber abzulehnen, wenn er raucht. 

Kein Job für Raucher – auch in Deutschland erlaubt?

Wäre solch ein Vorgehen auch in Deutschland möglich? Ziemlich sicher nicht, meint der Arbeitsrechtler Daniel Klösel. "Wenn ein Arbeitgeber fragt, ob jemand raucht, ist das eine unzulässige Frage.", sagte er "Spiegel Online". "Ob ich rauche oder nicht, ist meine freie Entscheidung und geht das Unternehmen erst einmal nichts an."

Ähnliches gelte für Fragen zu Schwangerschaften oder der Familienplanung, nach Krankheiten oder der sexuellen Orientierung. "Bei derart unzulässigen Fragen darf der Bewerber oder die Bewerberin lügen. Der Arbeitgeber kann den Vertrag im Nachgang nicht anfechten, wenn sich herausstellt, dass die Angaben falsch waren", so Klösel zu dem Nachrichtenportal. 

Quellen:U-Haul, "Spiegel Online"

fs

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