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Jobsuche: Wo welcher Beruf gebraucht wird

In Spanien werden Ingenieure gesucht, in Frankreich Anwälte.

Die Arbeitsaufnahme in EU-Staaten ist problemlos. Wer länger als drei Monate in einem Mitgliedsland bleiben will, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis. "Da jeder EU-Bürger einen Rechtsanspruch darauf hat, ist der Vorgang Formsache", sagt Snezana Tadic vom Bund der Auslandserwerbstätigen (BDAE e. V.). Es reichen: gültiger Personalausweis, der Nachweis über eine Erwerbstätigkeit.

Planung

Ein Jahr Planung sollte dem Umzug ins Ausland vorausgehen. Ein Arbeitsvertrag bringt erhebliche Vorteile mit sich, vor allem, wenn es sich um Nicht-EU-Länder wie die Türkei oder Kroatien handelt. In der Türkei reicht eine einfache Aufenthaltsgenehmigung nämlich nicht aus. Die Erlaubnis muss vom künftigen Arbeitgeber beantragt werden.

Andernfalls müssen die Antragsteller nachweisen, dass sie über mindestens 5000 Euro verfügen, damit sie selbst längere Zeit für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Ähnliches gilt für Kroatien. Nach dem seit dem 1. Juni 2004 geltenden kroatischen Ausländergesetz müssen Hinzuzuziehende nachweisen, dass sie über ausreichende Mittel oder aber einen Job verfügen.

Stellensuche

Hilfestellung leistet u. a. die Zentrale Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit. Speziell für den europäischen Raum gibt es ein Netz von gut 50 so genannten EURES-Berufsberatern. Dort erhält man Informationen zur Stellensuche, auch über Lebens- und Arbeitsbedingungen in dem Zielland. Einen guten Überblick bietet die Broschüre "Europa kommt, gehen wir hin", erhältlich in den örtlichen Arbeitsagenturen.

Vorsicht: Nicht alle Berufe werden nachgefragt. Anwälte haben in Frankreich gute Karten. In Spanien sind die Bedingungen ähnlich schlecht wie in Deutschland. Dafür werden dort Ingenieure und Architekten gesucht. Trotz EU und bilateraler Abkommen mit der Türkei und Kroatien behalten sich die Länder eigene Regeln vor. Daher raten Fachleute dringend zu einer intensiven Beratung vor der Ausreise.

Suanne Wächter / print