HOME

Karriere: Mehr Chef-Jobs für Frauen

In Deutschland sind Frauen in Führungspositionen immer noch eine Seltenheit. Seilschaften und Netzwerke von Männern verhindern häufig das Weiterkommen der Frauen.

Mit dem symbolischen Zersägen eines Chefsessels haben die Grünen im bayerischen Landtag gestern in der Nürnberger Innenstadt mehr Führungspositionen für berufstätige Frauen verlangt. Der Anteil von Chefinnen in der Wissenschaft, öffentlichen Verwaltungen und der freien Wirtschaft müsse endlich auf 50 Prozent erhöht werden, forderte die Fraktionsvorsitzende Christine Stahl. Zur Bekräftigung ihrer Forderungen legte sie gemeinsam mit Fraktionskolleginnen einen Frauenaktionsplan der Grünen für die kommende Legislaturperiode vor.

Die frauenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Petra Münzel, sieht vor allem an Hochschulen einen erheblichen Nachholbedarf. Zwar seien 53 Prozent aller Abiturientinnen weiblich. Der Anteil der Frauen an den Professoren liege hingegen nur bei 7,6 Prozent. Nach Münzels Erfahrung verhindern vor allem Seilschaften von Männern häufig Karrieren von Wissenschaftlerinnen. "Wenn es darum geht, Frauen an Hochschulen auszubooten, setzen sich manche Berufungskommissionen selbst über Ausschreibungsbedingungen hinweg", klagte Münzel.

Im Einzelnen fordern die Grünen eine Frauenquote für Hochschulen und die öffentliche Verwaltung: Die Hälfte der Professuren und der Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst müsse mit Frauen besetzt werden. Der öffentlichen Hand komme gerade in der Frage der Frauen-Gleichberechtigung eine Vorbildfunktion gegenüber der freien Wirtschaft zu. Um den nach wie vor geringen Anteil von Frauen in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen zu erhöhen, sollten Mädchen bereits in der Schule mit einem "mädchengerechten Unterricht" stärker gefördert werden, verlangte Münzel.

Themen in diesem Artikel