Kommentar Sieg der Angst im Metall-Konflikt


Wenn irgendjemand noch zweifelte, dass es eine Krise gibt, dann dürfte er jetzt überzeugt sein: Nach 22 Stunden Verhandlung haben die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie einen Streik vermieden. Die Belastung für die Betriebe bleibt moderat.
Von Maike Rademaker

Vor allem die Maschinenbaufirmen werden über die Vermeidung von Streiks erleichtert sein. Und die Tariferhöhung im deutschen Wirtschaftsmotor fällt moderat aus.

Die 3,6 Millionen Metaller erhalten zwar ein schönes Weihnachtsgeld von 510 Euro. Aber die tabellarische Erhöhung des Lohnes, die die Betriebe langfristig belastet, bleibt bei gerade einmal 4,2 Prozent. Obendrein ist die darin enthaltene zweite Stufe von 2,1 Prozent bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten um sieben Monate verschiebbar. Zur Erinnerung: 2007 forderte die IG Metall 6,5 Prozent und erhielt 5,8 Prozent Tabellenerhöhung. Diesmal forderte sie acht Prozent und erhielt 4,2 Prozent.

Vor allem Automobilkonzerne und Zulieferer werden zufrieden mit dem Ergebnis sein, und insgeheim wohl auch die Betriebsräte, die dort so lautstark für mehr Geld eingetreten sind. In anderen Betrieben, die noch in Zusatzschichten die Aufträge des Aufschwungs abarbeiten, wird die IG Metall es dagegen schwierig haben, diesen Abschluss zu verteidigen.

Es wird ihr nur mit einem Argument gelingen: Nächstes Mal, im Frühjahr 2010, wenn es hoffentlich wieder gut läuft und dieser Vertrag ausläuft, gibt es mehr.

FTD

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