Meinungsäußerung Harsche Kritik rechtfertigt keine Entlassung


Harsche Kritik an der Geschäftsführung eines Unternehmens rechtfertigt nicht automatisch die fristlose Kündigung des Arbeitnehmers.

Das hat das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem am 11. Juli 2005 bekannt gewordenen Urteil entschieden. Die Richter gaben der Klage einer Sachbearbeiterin gegen ein Kommunikationsunternehmen statt und erklärten deren Entlassung für unwirksam (Az.: 6 Sa 620/04).

Die Frau hatte bei Kollegen unter anderem behauptet, der Geschäftsführer entnehme Geld aus der Firmenkasse für private Anschaffungen und sei auch ansonsten "nicht mehr in der Lage, den Betrieb zu führen". Die Firma erklärte das Vertrauensverhältnis zu der Mitarbeiterin daraufhin für zerrüttet und sprach die fristlose Kündigung aus.

Laut Urteil ist jedoch nicht ersichtlich, dass dem Geschäftsführer mit den Äußerungen etwa eine strafbare Handlung unterstellt worden sei. Im Übrigen habe die Firma auch nicht nachweisen können, dass der Betriebsfriede auf Grund der Äußerungen gestört worden sei. Dies seien aber die beiden Voraussetzungen für die Wirksamkeit einer deshalb ausgesprochenen Kündigung.

DPA DPA

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