Miserable Arbeitsleistung Keine "Ruck-Zuck-Kündigung" möglich


Wem eine Kündigung wegen schlechter Arbeitsleistung ins Haus flattert, der kann sich eventuell dagegen wehren.

Wie Rechtsanwalt Michael Henn von der Deutschen Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft in Brühl erläutert, muss der Chef eine Reihe von Hürden beachtet haben - sonst ist die Entlassung unwirksam.

Arbeitnehmer mit Zweifeln an der Rechtswirksamkeit einer Kündigung sollten sich in jedem Fall vom Fachmann beraten lassen. Henn verweist auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln. In diesem konkreten Fall war ein Niederlassungsleiter vor Gericht gezogen, weil er seine Kündigung nicht akzeptierte. Ihm war darin das schlechteste Ergebnis aller bundesweit tätigen Niederlassungen vorgeworfen worden. Eine solche Begründung reichte nach Auffassung des Gerichts tatsächlich nicht aus, um eine auf Leistungsmängel gestützte, verhaltensbedingte Entlassung zu rechtfertigen.

Will ein Arbeitgeber seinen Mitarbeiter wegen ungenügender Arbeitsleistung los werden, dann müsse die Kündigung "konkret und ausführlich ein vorwerfbares Leistungsfehlverhalten darlegen", sagt Henn. Außerdem muss normalerweise schon eine vergebliche, einschlägige Abmahnung wegen genau dieses Fehlverhaltens vorausgegangen sein. Sonst ist die Entlassung nicht wirksam.

Aktenzeichen: Landesarbeitsgericht Köln, 7 Sa 22/04

AP AP

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