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MITTELSTAND: E-Business-Schere klafft auseinander

In vielen kleinen und mittleren Firmen ist es nicht gut um die Kenntnisse im E-Business bestellt. Zwischen deutschen Großunternehmen und Mittelstand klafft die Schere weit auseinander.

Fundiertes Know-how in Sachen IT ist für Großunternehmen ein Muss. In vielen kleinen und mittleren Firmen ist es hingegen gar nicht gut um die Kenntnisse im E-Business bestellt. Zwischen deutschen Großunternehmen und Mittelstand klafft die Schere weit auseinander, wie die Initiative »eco Mittelstand online« im Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco Electronic Commerce Forum e.V., Köln) herausgefunden hat.

»Während die Konzerne sich mit Millionenaufwand die Vorteile des digitalen Geschäftsverkehrs zu eigen gemacht haben, ist der Mittelstand dabei weitgehend auf der Strecke geblieben«, moniert eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Einer der Gründe für mangelnde Kenntnisse der Informationstechnologie sei, dass der Mittelstand bislang nur geringe Investitionsbereitschaft ins E-Business gezeigt habe. Ein weiteres Manko: Die geringe Anzahl von E-Business-Beratungsstellen, die sich um den Mittelstand kümmern. »Wir brauchen ein bundesweites Netz von kleinen, regional orientierten Internetberatern speziell für die KMU-Wirtschaft«, fordert Summa.

Die Initiative »eco Mittelstand online« hat sich die Behebung dieser Schwachstellen auf die Fahnen geschrieben. Dafür wurden vier Arbeitskreise gebildet: Qualifizierung, Produkte und Dienstleistungen, Logistik, Payment. Hier werden Konzepte erarbeitet, mittels derer die Internetwirtschaft und die Ausbildungseinrichtungen dem Mittelstand in Sachen IT auf die Sprünge helfen könnten. So plädiert die Initiative für einen neuen Studiengang »Bachelor E-Business Management« mit berufsqualifizierendem Abschluss schon nach vier Semestern. Für die Berufsschulen sei die bundesweite Einführung des eScout-Konzepts denkbar, bei dem Jugendliche mit den Grundlagen des Internet vertaut gemacht werden. Bei einem Bund-Länder-Modellversuch in Bremen habe man bereits die ersten eScouts fürs Berufsleben ausgebildet.

Auch über die Erarbeitung technischer Normen für das reibungslose Zusammenspiel von Produkten und Dienstleistungen macht sich die Intitiative Gedanken.Viele Unternehmer, die einen E-Business-Shop eröffneten, seien überfordert, wenn die Bestellungen eingingen und die Ware dann ausgeliefert werden muss. »Ein Mittelständler, der seine Produkte bislang nur über die Ladentheke gereicht und das Geld in bar kassiert hat, hat im allgemeinen nur wenig Ahnung von Logistik und Payment«, so Harald A. Summa.

Die verschiedenen Problemkreise und konkrete Lösungskonzepte will der Verband bis Jahresende in einem umfassenden White Book zusammenfassen. Weitere Informationen und Anträge auf Fördermitgleidschaft sind unter http://www.eco.de/ abrufbar.

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