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Unternehmen: Neuordnung der Börsenindizes bringt einige Absteiger

Die Deutsche Börse ordnet ihre Spielklassen neu und im Norden gibt es einige Absteiger. Traditionsfirmen wie der Autozulieferer Phoenix oder der Erotik-Konzern Beate Uhse werden eine Klasse tiefer spielen.

Wer bisher in den Börsenindizes DAX für Großunternehmen, M-DAX für die mittelgroßen Werte oder NEMAX für die Schwergewichte im Neuen Markt notiert war, konnte sich einer erhöhten Aufmerksamkeit von Anlegern, Bankanalysten und Börsenblättern sicher sein. Eine Übersicht der Vereins- und Westbank zeigt nun, dass norddeutsche Traditionsfirmen wie der Autozulieferer Phoenix oder das Erotikunternehmen Beate Uhse künftig eine Klasse tiefer spielen werden.

Die geplante

Neuordnung der Börsenlandschaft sieht in der obersten Spitze keine Veränderung vor: Unverändert 30 Unternehmen bilden die Creme der deutschen Aktiengesellschaften, die Bluechips. Hamburg und Schleswig-Holstein waren in dieser Spielklasse noch nie dabei und werden es auch künftig nicht sein. Norddeutschland wird durch niedersächsische Unternehmen vertreten, wobei Volkswagen und der Touristikkonzern TUI ihre Plätze sicher haben.

Selbst der

Hannoveraner Reifenkonzern Continental könnte es nach der Bankanalyse knapp schaffen, in den DAX zu kommen. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf hingegen, die größte Aktiengesellschaft aus Hamburg, erfüllt zwar die formalen Kriterien für die Aufnahme in den DAX. Allerdings ist der Börsenumsatz durch laufende Übernahmespekulationen aufgebläht, so dass die Deutsche Börse wahrscheinlich Beiersdorf nicht in den DAX aufnimmt.

Unter dem DAX folgt der M-DAX für mittelgroße Unternehmen, der bislang 70 Unternehmen erfasste. Er wird auf 50 Firmen gekürzt und damit fallen Phoenix und Beate Uhse aus dem Index heraus. Sie können künftig im S-DAX der kleinen Aktiengesellschaften antreten. Einen Stammplatz in der zweiten Börsenliga haben jedoch aus Niedersachsen der Finanzdienstleister AWD, Salzgitter und Hannover Rück. Aus Hamburg kommen neben Beiersdorf die Norddeutsche Affinerie, Fielmann und der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich.

Das Lübecker

Medizintechnik-Unternehmen Drägerwerk wechselt nach den Erwartungen von Czerwensky vom M-DAX in den neuen TecDAX, der 30 Unternehmen messen wird. Hier sollen sich die Technologieunternehmen finden, die bislang überwiegend am Neuen Markt notiert waren, aber auch alte Industriefirmen. Die Vereins- und Westbank erwartet aus dem Norden außer Dräger auch den Windkraft-Anlagenbauer Nordex und die Biotechnologie-Schmiede Evotec sowie als chancenreichen Kandidaten REpower, ebenfalls ein Windenergie-Unternehmen.

Spannend wird es

für den Neuen-Markt-Pionier und einstigen Börsenstar MobilCom, der im vergangenen Jahr fast in die Insolvenz musste. Die andauernden Spekulationen sorgen zwar für einen der vordersten Plätze beim Börsenumsatz, durch die schwachen Kurse und die niedrige Marktkapitalisierung könnte der Einzug in den TecDAX jedoch knapp werden. Von den bisherigen Firmen aus dem Neuen-Markt-Index NEMAX 50 werden aus dem Norden die comdirect bank und das Windpark-Bauer Plambeck aus Cuxhaven nicht mehr dabei sein.