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Umfrage: Notlügen im Job: So häufig flunkern wir Chef und Kollegen an

Gehören kleine Lügen im Job dazu? Eine Umfrage zeigt, wie viele Menschen auf der Arbeit regelmäßig zu großen oder kleinen Unwahrheiten greifen – und aus welchen Gründen.

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Kleine Lügen am Arbeitsplatz sind weit verbreitet

Getty Images

Kleine Lügen erhalten die Freundschaft, heißt es. Für viele Menschen gilt das offenbar auch für den Arbeitsplatz. Das legt eine Umfrage der Jobplattform Glassdoor unter 1054 Berufstätigen zum Thema Flunkern und Lügen im Job nahe.

54 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung: "Wer auf der Arbeit ehrlich ausspricht, was er denkt, bekommt nur Ärger." Und fast jeder Zweite findet folgerichtig, dass "kleine Lügen im Arbeitsleben einfach dazugehören." Kleine Lügen meinen hier, dass die Wahrheit leicht verdreht oder beschönigt wird, etwa wenn man dem Chef hoch und heilig verspricht "Ich arbeite dran", obwohl man das ehrlicherweise gerade nicht wirklich tut.

Solche kleinen Notlügen nutzen 45 Prozent der Befragten gelegentlich im Arbeitsleben. 28 Prozent geben an, sogar regelmäßig derart zu flunkern. Deutlich verpönter sind dagegen grobe Unwahrheiten wie die Behauptung, man habe selbst den neuen Großkunden gewonnen, obwohl das gar nicht stimmt. Zu solchen großen Lügen greifen 9 Prozent der Befragten gelegentlich.

In welcher Situation haben Sie auf der Arbeit schon mal zu einer Notlüge gegriffen? Und haben Sie es hinterher bereut? Schreiben Sie uns an: leseraufruf@stern.de 

Eigene Fehler und intolerante Chefs

Auch nach den Gründen für große und kleine Lügen wurde gefragt. Am häufigsten wird demnach gelogen, um eigene Misserfolge und Fehler zu verbergen. Aber auch die Unternehmenskultur kann das Problem sein. Der am zweithäufigsten genannte Grund ist, dass "mein Chef keine abweichenden Meinungen akzeptiert". Auch um Sanktionen wie Abmahnung und Kündigung zu vermeiden oder sich Vorteile wie Beförderung und Gehaltserhöhung zu verschaffen, greifen Beschäftigte hin und wieder zur Unwahrheit. Lügen, um anderen Kollegen gezielt zu schaden, kommt dagegen nur sehr selten vor.

Allzuschwer sollten Beschäftigte die Ergebnisse zum Thema Lügen am Arbeitsplatz nicht nehmen. Denn: Im privaten Bereich wird offenbar noch viel mehr geflunkert. Lebenspartner, beste Freunde und Geschwister sind laut der Umfrage alle jeweils häufiger Opfer unserer kleinen Unwahrheiten als der Chef und die Kollegen. Am häufigsten belogen werden übrigens: die eigenen Eltern.

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