Sparprogramm bei Telekom 1600 Stellen werden gestrichen


Die deutsche Telekom will in den kommenden vier Jahren 1600 Stellen im Management abbauen. Dies sind fast zahn Prozent aller Arbeitsplätze in der Konzernverwaltung.

Die Deutsche Telekom plant einen massiven Stellenabbau im Management. Konzernchef René Obermann wolle in den nächsten vier Jahren bis zu 1600 Managerstellen in der Bonner Konzernzentrale abbauen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Firmenkreise. Damit würden knapp acht Prozent der Arbeitsplätze in der Konzernverwaltung wegfallen. Das Vorhaben sei besonders brisant, da vor allem Jobs im gehobenen Management betroffen seien. "Da gibt es einen unglaublichen Wasserkopf", zitierte das Blatt aus den Firmenkreisen.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte die Pläne, wollte sich aber nicht zum Umfang des Stellenabbaus äußern. Im Rahmen des laufenden Sparprogramms werde derzeit überprüft, wie viele der derzeit insgesamt 4000 Verwaltungsstellen der Konzern in Deutschland wirklich brauche. "Da stehen wir noch ganz am Anfang", betonte der Sprecher. Dass das Unternehmen nach "Handelsblatt"-Angaben bis zu 400 Millionen Euro für Abfindungen an die Manager einplane, wollte er nicht kommentieren. Die Kürzungen sind Teil der Mittelfristplanung des Konzerns, die bis zum Jahr 2015 läuft. Die Telekom bestätigte dem Handelsblatt, dass es Kürzungspläne für die Zentrale gibt. „Im Rahmen des laufenden Sparprogramms ’Save for Service’ schauen wir uns auch Funktionen in der Zentrale an“, sagte ein Sprecher. Zum Umfang wollte er sich nicht äußern.

Mit ihrem Sparprogramm "Save for Service" hat die Telekom von 2007 bis 2010 insgesamt 8,3 Milliarden Euro eingespart. Im ersten Halbjahr sind Konzernkreisen zufolge 900 Millionen Euro hinzugekommen. Der Großteil der Einsparungen stammt aber nicht aus dem Personalabbau, sondern aus Synergien. Die Telekom legt diesen Donnerstag ihre Halbjahreszahlen vor. Entgegen dem allgemein positiven Kurstrend fiel die Telekom-Aktie heute zeitweilig um 1,25 Prozent auf 10,705 Euro.

Der Bonner Telekommunikations-Konzern muss seit Jahren sparen und Stellen abbauen. Eine Vielzahl von Rivalen und neue Technologien sorgen seit Jahren dafür, dass die Umsätze der Telekom erodieren.

ami/Reuters/DPA DPA Reuters

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