Studie Gehaltszuschlag für große Männer

Eine neue Studie belegt erstmals den Zusammenhang zwischen Körpergröße und Verdienst. Demzufolge haben große Menschen mehr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt.

Große Menschen haben mehr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt. So gelangen groß gewachsene Männer mit höherer Wahrscheinlichkeit in Führungspositionen als kleinere. Diese Erkenntnisse beruhen überwiegend auf Daten der sozial-psychologischen und sozio-ökonomischen Forschung des US-amerikanischen Raums. Eine neue Studie zeigt nun, dass es sich auch hierzulande zumindest für Männer auszahlt, von stattlicher Statur zu sein. Mit den Daten des vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW) erhobenen Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), einer repräsentativen Längsschnittstudie privater Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland, stehen für das Jahr 2002 erstmals auch Angaben zu Körpergröße und –gewicht zur Verfügung. Mit diesen Daten war es Guido Heineck, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität München, möglich zu analysieren, ob sich zwischen unterschiedlich großen erwerbstätigen Personen Verdienstunterschiede ergeben.

Der "Höhenvorteil" kann bis zu 2.000 Euro zu Buche schlagen

Große Männer verdienen in den alten Bundesländern demnach durchschnittlich mehr als kleine. Ein zusätzlicher Zentimeter Körpergröße geht mit knapp 0,6 Prozent mehr Brutto-Monatsgehalt einher. "Auf den ersten Blick mag dies wie ein zu vernachlässigender Aspekt erscheinen. Betrachtet man jedoch zum Beispiel zwei ansonsten gleich qualifizierte Männer, die sich lediglich in ihrer Körpergröße um 10 Zentimeter unterscheiden, so schlägt der 'Höhenvorteil' des Größeren übers Jahr gerechnet bei den hier zugrunde liegenden Eckwerten mit etwa 2.000 Euro zu Buche", sagt Guido Heineck. Er betont, dass die Studie nur wenig über Kausalitäten aussagen kann: "Zwar gibt es in der psychologischen Forschung Hinweise darauf, dass Körpergröße von Dritten unbewusst mit Stärke, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen gleichgesetzt wird." Dies könne sich zum Beispiel bei Vorstellungsgesprächen oder Beförderungen zum Nachteil von kleineren Menschen auswirken. "Derartige Verhaltensmuster Dritter können sich schließlich bei großen Menschen sogar tatsächlich zu den am Arbeitsmarkt honorierten Persönlichkeitsmerkmalen entwickeln. Die hier vorgelegten Ergebnisse würden somit eher auf Produktivitätsunterschiede denn auf Diskriminierung kleiner Mitmenschen hindeuten. Die Wirkungszusammenhänge müssen daher Gegenstand weiterer Forschung sein", sagt Guido Heineck.

Die Einkommen von Frauen scheinen in Deutschland dagegen nicht von der Körpergröße abhängig zu sein. Daten aus dem US-amerikanischen Raum belegen aber, dass stark übergewichtige Frauen mit erheblichen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert sind. Die sozial-psychologische Erklärung hierfür ist die unbewusste Assoziation von Übergewicht mit negativen Charakterzügen. Übergewichtige Menschen werden für weniger intelligent gehalten, ihnen wird fehlende Selbstdisziplin und Motivation unterstellt.

Das DIW Berlin und die Cornell Universitiy in den USA untersuchen derzeit, ebenfalls auf Grundlage der SOEP-Daten, ob die in der ausländischen Literatur bereits belegte Beziehung zwischen Übergewicht und Gehalt bei Frauen auch für Deutschland gilt.


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