Top-Arbeitgeber Die glorreichen Sieben


Für welchen Arbeitgeber würden deutsche Nachwuchskräfte am liebsten schuften? Seit vier Jahren ist hier die Antwort gleich: BMW lässt die Herzen der Job-Aspiranten schneller schlagen. Doch es gab auch Überraschungen.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beliebteste Arbeitgeber im Land? Seit vier Jahren antworten darauf die befragten Nachwuchskräfte stets das gleiche: BMW. Damit verweist der Münchner Autobauer in einer gerade veröffentlichten Rangliste viele andere große Namen der deutschen Wirtschaft auf die Ränge. Die weiteren Top-Unternehmen heißen Audi, Siemens, Porsche und DaimlerChrysler. Dafür hat das Berliner Trendence Institut für Personalmarketing in diesem Jahr 12.000 angehende Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler zu dem Beliebtheitsgrad ihrer Arbeitgeber befragt. Die entstandene Rangliste, veröffentlich in dem Magazin Wirtschaftswoche, ist damit die größte und aussagekräftigste ihrer Art. An diesem Imagebarometer sollen deutsche Unternehmen ihre Attraktivität bei Nachwuchskräften ablesen können.

Zielgruppe dieses Arbeitgeber-Rankings sind Absolventen, die es als zusätzliche Informationsquelle und Entscheidungshilfe für die Wahl des Arbeitgebers nutzen können. Die Ergebnisse sind auch für die betroffenen Unternehmen wichtig: Sie können anhand dieses Imagebarometers sehen, wie es um ihr Ansehen bestellt ist und entsprechend reagieren, um sich für die fähigsten Nachwuchskräfte attraktiv zu machen. Denn nur wer im Ranking gut abschneidet, hat die Chancen, die besten und kreativsten Nachwuchstalente einzustellen.

Wichtige Information für Absolventen

Dabei folgte die Stimmvergabe der Studenten offenbar einer simplen Logik: Je aufregender das Produkt, je solider das Unternehmen, desto mehr Stimmen gab es. Auch folgten die meisten bei der Wahl des Wunscharbeitgebers geschlechtsspezifischen Präferenzen. Besonders deutlich wird das Klischee bei den Wirtschaftswissenschaften: Männer zieht es fast ausschließlich zu Autobauern oder ins Investmentbanking, Frauen wollen zu Kosmetikkonzernen wie L'Oréal. Nur die Ingenieure ließen keine diesbezüglichen Präferenzen erkennen - bei einem Männeranteil von 85 Prozent vielleicht kein Wunder.

Weil der erste Job eine wichtige Lebensentscheidung ist, entscheiden hier nur wenige Studenten aus dem Bauch heraus. Die meisten bereiten sich gründlich auf ihren Sprung in die Berufswelt vor: Sie verfolgen die Entwicklung potentieller Arbeitgeber und reagieren äußert sensibel auf negative Pressemeldungen und Krisen im Unternehmen. Viele Berufseinsteiger haben außerdem schon ein Praktikum in ihrem "Wunschbetrieb" hinter sich, oder kennen zumindest jemanden, der schon im Unternehmen arbeitet - und so von seinen Erfahrungen berichten kann.

Skandälchen ließen DaimlerChrysler straucheln

Das ist wohl auch der Grund, warum DaimlerChrysler, einst ein Spitzenreiter im Ranking, kontinuierlich Stimmen verliert und so den Aufstieg von Audi auf Rang zwei erst möglich machte. Neben schlechten Unternehmensnachrichten wie der Krise bei Smart oder Mitsubishi und diversen Rückrufaktionen haben die Stuttgarter auch ein Problem mit "soften" Faktoren: Der Konzern gilt in Absolventenkreisen als hierarchisch und unterkühlt. Ganz anders Audi: Das Ingolstädter Unternehmen kann sich vor Praktikumsanfragen kaum retten. Trotzdem überlassen die Audi-Personalmanager ihre Nachwuchs-Akquisition nicht dem Zufall: Jedes Jahr halten die Talentscounts aus dem Süden in den Top-Universitäten Deutschlands selber nach neuen "Audianer" Ausschau - und picken sich die besten heraus.

<em>spi</em>

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