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Tui führt neue Gehaltsregeln ein: Sind die Mitarbeiter glücklich, gibt's mehr Geld für den Chef

Ein ungewöhnlicher Schritt: Beim Reisekonzern Tui wird künftig das Gehalt der Chefs von der Mitarbeiterzufriedenheit abhängig sein. Sind die Angestellten glücklich, gibt es mehr Geld für den Vorstand.

Der Vorstandsvorsitzende von Tui, Friedrich Joussen, bekommt künftig mehr Geld, wenn seine Mitarbeiter nachweislich glücklich sind.

Der Vorstandsvorsitzende von Tui, Friedrich Joussen, bekommt künftig mehr Geld, wenn seine Mitarbeiter nachweislich glücklich sind.

Zufriedene Mitarbeiter sind für Unternehmen wahre Schätze: Denn sie arbeiten konzentrierter und sind belastbarer als ihre unglücklichen Kollegen, das zeigen regelmäßig Studien. Daher sollte es für Unternehmen ein wichtiges Ziel sein, dass ihre Angestellten glücklich sind an ihrem Arbeitsplatz.

Der weltgrößte Reisekonzern Tui geht nun noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen will nicht nur einfach die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, sondern koppelt einen Teil der Vorstandsvergütung an das Glück der Angestellten. Kurz gesagt: Sind die Mitarbeiter unzufrieden, gibt es weniger Geld für den Vorstand. Sind die Angestellten allerdings loyal, motiviert und zufrieden an ihrem Arbeitsplatz, dann dürfen sich die Tui-Chefs über ein Gehaltsplus freuen.

Wie wird Glück gemessen?

Die Vorstandsmitglieder um den Tui-Chef Friedrich Joussen werden sich also künftig schon aus eigenem Interesse darum bemühen, dass ihre Mitarbeiter gerne zur Arbeit gehen. Noch ist der Anteil der variablen Vergütung nicht fixiert.

Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu messen, werden sie in einigen Monaten intensiv befragt. "Wir werden im Herbst konzernweit mit einem professionellen Institut eine Befragung durchführen, mit der wir die Mitarbeiter-Zufriedenheit messen wollen", sagte der Tui-Konzernbetriebsratchef Frank Jakobi der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Konzern selbst bestätigte die Pläne. Um die Zufriedenheit zu definieren, untersuchen Wissenschaftler, wie glücklich Mitarbeiter mit ihrer Arbeitsumgebung, dem Arbeitsplatz und dem Klima im Betrieb sind, ob sie ihre Tätigkeit positiv empfinden und ob sie sich wertgeschätzt und gerecht entlohnt fühlen. Diese unterschiedlichen Faktoren will Tui detailliert abfragen. "Wir brauchen ein Instrument, um die Zufriedenheit zu messen", sagt Jakobi.

Die Umsetzung braucht aber noch etwas Zeit. Frühestens 2016 könne diese besondere Vergütung eingeführt werden. Der Betriebsrat deutete an, dass diese Regelung auch für weitere Manager bei Tui eingeführt werden könnte.

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