Zusatzverdienst Ferienjobs - wichtig zu wissen


Während andere Urlaub machen, bessern in den Sommermonaten Tausende Schüler und Studenten ihr Budget für den Rest des Jahres auf. Damit vom verdienten Geld möglichst viel in der eigenen Tasche bleibt, sollte jedoch einiges beachtet wrden.
Von Ulrike Wirtz

Auch wenn das Wetter derzeit wenig sommerlich ist - Deutschland macht Sommerferien. Sukzessive schließen jetzt die Schulen in den 16 Bundesländern. In den Unis bundesweit beginnt die vorlesungsfreie Zeit. Während es die Erholungssuchenden ans Meer und/oder in die Berge zieht, jedenfalls in alle Himmelsrichtungen, verdienen sich zu Hause Abertausende Schüler und Studenten etwas dazu. Etliche suchen derzeit noch einen Ferienjob, auch weil sie sich erst spontan dazu entschieden haben.

Wer darf und wer nicht

Gewusst wo also? Bei der Suche helfen generell die Arbeitsagenturen vor Ort. "Wir kennen den Jobmarkt in der Region am besten, und wir versuchen, Interessenten zu vermitteln", so Daniel König von der Agentur für Arbeit in Halberstadt. Er rät zudem, selbst aktiv zu werden, einfach Firmen aus dem Branchenbuch heraussuchen, dort direkt anrufen oder vorbeigehen und einfach fragen, ob sie noch jemand aushilfsweise brauchen.

Doch nicht jeder Schüler darf schon jobben. Was also erlaubt das Gesetz je nach Alter, und bei wem hält das Finanzamt womöglich die Hand mit auf? Auf jeden Fall gilt: Bis 18 Jahre ist die Einwilligung der Eltern notwendig. Kinder unter 13 dürfen nicht jobben. 13- bis 14-Jährigen erlaubt das Gesetz, zwei Stunden am Tag leichte Arbeiten zu verrichten, beispielsweise Prospekte auszutragen.

Arbeitszeiten sind streng geregelt

15 bis 17-Jährige dürfen bis zu acht Stunden an Werktagen arbeiten, maximal 40 Stunden die Woche. Die Arbeitszeit in dieser Altersgruppe muss zwischen 6 und 20 Uhr liegen, also nachts kellnern ist nicht. Zudem dürfen Arbeitgeber die jungen Leute nicht dazu heranziehen, schwere Lasten zu schleppen und regelmäßig bei Lärm, Hitze, Kälte und Nässe zu schaffen.Volljährige Schüler und Studenten stufen die Schutzvorschriften als Erwachsene ein. Als Ferienjobber gilt generell nur, wer bis zu 50 Arbeitstage im Jahr bzw. zwei Monate am Stück arbeitet.

Schüler und Studenten gelten, was die Abgabenpflicht angeht, auch beim Job nur in den Ferien grundsätzlich als normale Arbeitnehmer. Damit sind sie zunächst einmal steuerpflichtig. Sie dürfen aber in der günstigen Steuerklasse 1 bis zu 7664 Euro pro Anno steuerfrei verdienen. Das Finanzamt geht dann leer aus. Das setzt aber voraus, dass der Freizeitjobber dem Arbeitgeber eine Lohnsteuerkarte (gibt es beim Einwohnermeldeamt) vorlegt. Der führt dann für seine Aushilfe erst einmal deren individuelle Steuer ans Finanzamt ab. Schüler oder Student holt sich die Abgabe aber am Jahresende wieder zurück, indem er dann eine Einkommensteuerveranlagung beim Finanzamt einreicht.

Finanzamt und Sozialversicherung kassieren mit

Die andere Alternative: Der Arbeitgeber behält 20 Prozent pauschal vom Lohn ein und führt den Betrag an die Steuerbehörden ab. Ob er das tut, ist allein Sache des Arbeitgebers, weil er die Steuer auf seine Kappe nimmt und ihm daher zusätzliche Kosten entstehen. Für die Aushilfe ist das natürlich günstig, weil sie von Anfang an brutto für netto arbeitet und sie sich die spätere Rückholaktion beim Finanzamt - Stichwort Einkommensteuerveranlagung - sparen kann.

Was die Sozialversicherungsbeiträge angeht: Wird pro Jahr an nicht mehr als 50 Arbeitstagen bzw. maximal zwei Monate am Stück gearbeitet, fallen keinerlei Sozialversicherungsbeiträge an; also weder Kranken-, noch Renten-, noch Arbeitslosenversicherung - egal wie viel in der Zeit verdient wird.

Vorteil Minijob

Beträgt das Salär maximal 400 Euro Salär pro Monat, sind Schüler und Studenten Minjobber. Sie arbeiten ohne Lohnsteuerkarte und daher von Anfang an komplett steuerfrei. Der Arbeitgeber führt im Gegenzug für jeden seiner Minijobber zwei Prozent Lohnsteuer auf Basis des Entgelts pauschal ans Finanzamt ab; plus 25 Prozent an Beiträgen für die Sozialversicherung. Die setzt sich zusammen aus 13 Prozent für die Krankenversicherung und 15 Prozent für die Rentenversicherung. Alles in allem also 30 Prozent und vom Arbeitgeber zu tragen.

Beim Sonderfall 'Minijob im Haushalt' gilt folgendes: Der Minijobber selbst hat wieder keine Abzüge. Wer ihn beschäftigt, zahlt zwei Prozent Lohnsteuerpauschale, plus jeweils 5 Prozent vom Entgelt an Kranken- und Rentenversicherung.


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