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Konzern-Übernahme: Telekom will polnischen Mobilfunker schlucken

Die Deutsche Telekom will den Mobilfunk-Platzhirsch in Polen für 1 Milliarde Euro schlucken. Die Beteiligung an PTC soll die Ertragskraft des Konzerns weiter stärken.

Die deutsche Telekom streckt ihre Fühler nach Osteuropa aus. Für den Kauf der PTC werden dem französischen Anteilseigener Vivendi Universal und dem polnischen Unternehmen Elektrim insgesamt 1 Milliarde Euro in bar angeboten. Die Telekom, die bereits an den Polen beteiligt ist, will nun auch die übrigen 51 Prozent am Mobilfunker PTC übernehmen, teilte der Bonner Konzern nach Gesprächen mit den Anteilseignern am Montag in Bonn mit. Das Angebot gelte bis zum 5. September 2003. Die Zahlung des Kaufpreises würde erst im kommenden Jahr fällig.

Keine Abkehr vom Schuldenabbau

Die Kaufabsicht bedeute keine Abkehr vom Schuldenabbau bei der Telekom, betonte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Von den Entschuldungszielen werde nicht abgerückt. Vielmehr wolle der Bonner Konzern die Chance nutzen, seine schon seit 1999 bestehende Beteiligung an PTC in Höhe von 49 Prozent aufzustocken und damit klare Verhältnisse zu schaffen. Der polnische Mobilfunker schreibe schwarze Zahlen. Die Aufstockung der Beteiligung an PTC würde die Ertragskraft des Konzerns weiter stärken, erklärte die Telekom.

PTC verzeichnet den Angaben zufolge ein sehr hohes Kundenwachstum. Ende Juni 2003 habe PTC rund 5,6 Millionen Kunden bedient. Der Jahresumsatz belaufe sich auf umgerechnet 1,3 Milliarden Euro.

Wichtiger Wachtumsmarkt

Die Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile sieht in Polen einen der wichtigsten Wachstumsmärkte Osteuropas. "Es gibt Potenzial nach oben", sagte ein Sprecher von T-Mobile. Die Zahl der Handy-Nutzer werde sicher noch zunehmen. T-Mobile sei in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Tschechien, England und den USA mit Unternehmen aktiv, die ihr ganz oder zumindest mehrheitlich gehören. In der Slowakai, Ungarn, Kroation, Russland und bislang auch Polen verfüge die Konzerntochter T-Mobile über Minderheitsbeteiligungen. Der letzte Zukauf in Milliardenhöhe war Voicestream in den USA vor zwei Jahren.

DPA