HOME

Lebensmittel: Neues Kapitel im Müller-Brot-Streit

Der Aktionärsstreit beim Großbäcker Müller-Brot geht in eine neue Runde. Die Gesellschafterfamilie Müller hat gegen eine von Konzernchef Klaus Ostendorf erwirkte Einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt.

Der Aktionärsstreit beim Großbäcker Müller-Brot geht in eine neue Runde. Die Gesellschafterfamilie Müller habe gegen eine von Konzernchef Klaus Ostendorf erwirkte Einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt, teilte ein Sprecher der Familie am Freitag mit. Nach Erlass der Verfügung war eine ursprünglich geplante Aufsichtsratssitzung abgesetzt worden. Dabei sollte nach Darstellung der Familie darüber entschieden werden, ob dem am Unternehmen beteiligten Konzernchef das Vertrauen entzogen wird.

Ist Müller senior noch Aufsichtsratschef?

Nach Überzeugung Ostendorfs ist Hans Müller senior seit einigen Wochen nicht mehr Vorsitzender des Aufsichtsrates und daher nicht befugt, eine entsprechende Sitzung zu leiten. Das sieht die Müller-Seite anders. Falls dem Widerspruch stattgegeben werde, könne die Sitzung zu einem anderen Termin wie geplant stattfinden, sagte der Sprecher.

Genaue Besitzverhältnisse strittig

Die Gräben zwischen Ostendorf und der Familie sind tief. Der Konzernchef sieht sich seit Sommer vergangenen Jahres als Mehrheitsgesellschafter von Müller-Brot, die genauen Besitzverhältnisse sind aber strittig. Das Unternehmen ist nach Ostendorfs Überzeugung Ziel eines feindlichen Übernahmeversuchs durch die Düsseldorfer Groß-Bäckerei Kamps, die zum Barilla-Konzern gehört. Kamps wollte dazu am Vortag keine Stellungnahme abgeben.

Unklarheit über Kamps-Rolle

Die Gesellschafterfamilie ihrerseits hatte die Äußerungen Ostendorfs als Spekulation zurückgewiesen. Es habe nie Gespräche mit Kamps gegeben und gebe auch derzeit keine. Im vergangenen Sommer hatte Kamps eine Lizenzvereinbarung mit Müller-Brot gekündigt. Laut Ostendorf steht aus dieser Kündigung noch die Zahlung einer "hohen Abfindungssumme" aus.

DPA
Themen in diesem Artikel