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Luftfahrt: AirAsia erliegt Airbus-Offerte

Der europäische Flugzeugbauer Airbus steht vor einem milliardenschweren Vertragsabschluss. Der US-Konkurrent Boeing bleibt abermals auf der Strecke.

Der Auftrag der malaysischen Airline AirAsia über bis zu 80 Kurzstreckenflugzeuge des Typs A320 hat ein Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro. Das Geschäft wird voraussichtlich in einigen Wochen bekannt gegeben, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit dem Auftrag vertraute Kreise.

Airbus hängt Boeing ab

Mit der Zuteilung würde Airbus seinen US-Konkurrenten Boeing aus dem Rennen drängen, der bislang alleiniger Ausrüster der AirAsia war. Die Airline fliegt zur Zeit ausschließlich mit Maschinen vom Typ Boeing 737. AirAsias Wechsel zum europäischen Konzern wurde mit einer besonders günstigen Offerte erleichtert. Das Airbus-Angebot habe deutlich unter dem von Boeing gelegen, berichtete die Zeitung weiter.

Der europäische Flugzeugbauer hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Boeing-Kunden von einem Wechsel zu Maschinen der eigenen Produktreihe überzeugt und beim Ringen um Großaufträge gegen Boeing gewonnen. So hatte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin vergangene Woche angekündigt, in Kürze 70 neue Flugzeuge bei Airbus zu bestellen und damit den Hauptflugzeuglieferanten zu wechseln. Hinzu kommt nach Unternehmensangaben eine Option auf weitere 40 Maschinen vom Typ A320.

A320 als Erfolgsrezept

Der zweistrahlige Kurz- und Mittelstreckenjet A320 ist eines der erfolgreichen Airbus-Produkte. Die Reichweite des Flugzeugs liegt voll beladen bei 3.200 Kilometern. Die Maschine kann bis zu 840 Kilometer pro Stunde fliegen. Diese Eigenschaften überzeugten Großkunden wie Lufthansa, die spanische Iberia und Air France. Hauptkonkurrenten der Airbus-Familie mit den Typen A320, A319 und A321 sind die amerikanischen Boeing 737 und Boeing 757.

AirAsia und Airbus waren zunächst für keine Stellungnahme zu erreichen. Airbus gehört zu 80 Prozent zum europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Der Rest wird von dem britischen Konzern BAE Systems gehalten. Der Flugzeugbauer produziert in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien und beschäftigt insgesamt 40.000 Mitarbeiter. Die wichtigsten Standorte sind Toulouse und Hamburg.

DPA/Reuters / DPA / Reuters