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Luftverkehr: Ölpreisrekord macht Flugtickets teurer

Der hohe Ölpreis setzt den Fluggesellschaften heftig zu: Als erste soll Deutschlands zweitgrößte Flugline Air Berlin ihre Tickets verteuern und Branchenkenner erwarten bis zum Jahresende noch einige Pleiten von Billig-Fliegern.

Der Billigflieger Air Berlin will einem "Focus"-Bericht zufolge wegen des Ölpreisrekords die Ticketpreise erhöhen. Ab dem Winterflugplan wird Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft demnach pro Platz 6 bis 9 Euro mehr von den Reiseveranstaltern verlangen. Auch die direkt von der Airline verkauften Plätze würden teurer, hieß es unter Berufung auf einen Firmensprecher.

Kerosin-Kosten steigen ständig

"Es wird zwar weiterhin 10 Prozent der Plätze für 29 Euro geben. Die übrigen Ticketpreise steigen allerdings schneller als bislang." Bei Air Berlin mache das Kerosin mittlerweile mehr als 20 Prozent der variablen Kosten aus. Im vergangenen Jahr seien es erst 16 Prozent gewesen.

Beim Billigflieger Hapag Lloyd Express (HLX) sind laut Sprecher Herbert Euler keine direkten Preiserhöhungen vorgesehen. HLX habe große Anteile der Kerosin-Versorgung abgesichert. Laut Euler hat HLX ein sehr dynamisches Preissystem - sollte also eine Preiserhöhung notwendig werden, könne diese damit aufgefangen werden.

Billig-Flieger steuern in den Ruin

"Im Winter kommt es wegen des hohen Ölpreises zu einer massiven Marktbereinigung. Viele der 60 in Europa operierenden Billig-Fluggesellschaften werden in den wirtschaftlichen Ruin fliegen und ganz vom Markt verschwinden", sagte Cook-Vorstandsmitglied Ralf Teckentrup dem "Focus". Dabei dürfte es sich nach Meinung von Teckentrup, der für die Sanierung des Ferienfliegers Condor verantwortlich zeichnet, auch um etliche Gesellschaften handeln, die in Deutschland starten und landen. (AP)

DPA