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Leben nach Corona Nach mehr als 15 Monaten Homeoffice – die Angst vor der Rückkehr ins Büro

Eine Frau denkt nach und ist unglücklich
Was fühlt sich besser an: Homeoffice oder Büro? (Symbolbild)
© MangoStar_Studio / Getty Images
Ach, will ich wirklich zurück? Zu Hause ist es doch auch ganz schön! Nach all den Monaten in der eigenen Umgebung fragt sich manche:r: Was soll ich im Büro?

Am Anfang waren wir alle noch ganz diszipliniert. Unser Wecker klingelte zu einer Uhrzeit, als müssten wir duschen, Kaffee trinken und uns auf den Weg zur Arbeit machen, damit wir pünktlich um 9 Uhr unseren Job antreten können. Doch das ist lange her für alle, die seit März 2020 im Homeoffice hocken. Die ersten Monate haben wir noch durchgehalten. Haben uns eingeredet, dass in ein paar Wochen alles vorbei sein wird mit diesem Virus. Haben an Yoga-Programmen auf Youtube teilgenommen und uns Hula-Hoop-Reifen gekauft. Neue Routinen schaffen, lautete das Mantra. Es hat etwa zwei Wochen lang angedauert, dann kamen die ersten Beschwerden. Wie soll ich bitte mein Bein in so einer Position von hinten nach vorne durchziehen, haben wir uns beim Tele-Yoga gefragt. Was mache ich gegen die blauen Flecken vom Hula Hoop?

Wir haben allmählich gemerkt, dass wir morgens mehr Zeit haben. Der Arbeitsweg fiel weg, der Wecker durfte später klingeln. Der neue Weg bestand morgens aus dem Weg Schlafzimmer – Küche – Bad – Küche. Nun sind die Inzidenzzahlen gesunken und das Büro will uns zurück. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Aber wie geht das noch mal? Zurück ins Büro? Geduscht sein und los? Nicht mehr im trauten Taumel zwischen Schlafzimmer und Küche, sondern raus in die Welt? Menschen begegnen?

Viele wollen gar nicht zurück

So sehr wir Freunde, Partys und sogar Kollegen vermissen, so sehr haben wir es uns aber auch im Homeoffice gemütlich gemacht. Der kurze Anfahrtsweg zwischen Bett, Bad und Bohnenkaffee hat sich zu einer Komfortzone entwickelt, die wir nicht mehr verlassen möchten. Wir haben soliden Bauchspeck angesammelt, den wir wiederum ganz gern wieder loswerden würden. Aber so viele Menschen wiedersehen? Den ganzen Tag reden?

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Sicher ist: Wir haben uns in den vielen letzten Monaten verändert. Wir wissen kaum noch, ob wir lieber allein oder wieder zurück im alten Leben sein wollen. Das gilt fürs Privatleben ebenso wie fürs Büro. Wir hätten uns im Frühling 2020 niemals vorstellen können, dass wir knapp anderthalb Jahre zu Hause arbeiten. Der Weg zurück ins Büro ist ebenso schwer vorstellbar, wer hätte das gedacht. Aber er ist möglich, die Frage ist nur wie: Wie oft und wie lange? 


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