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New York: Stromausfall kostete Milliarden

Das schon durch die Terrorabwehrkosten arg gebeutelte New York hat beim Stromausfall Milliardenverluste hinnehmen müssen. Der Kämmerer der Stadt sprach von Kosten von 36 Millionen Dollar pro Stunde.

Der 29-stündige Stromausfall hat allein der Stadt New York nach Berechnungen ihres Kämmerers wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe zugefügt. William Thompson bezifferte die Einbußen am Montagabend auf insgesamt 1,05 Milliarden Dollar (942 Millionen Euro). Davon entfallen rund 800 Millionen Dollar auf entgangene Geschäfte und weitere 250 Millionen auf Lebensmittel und andere Güter, die bei den hohen Temperaturen ohne Kühlung verdarben und weggeworfen werden mussten. Das heißt, dass der Blackout New York City am Donnerstag und Freitag etwa 36 Millionen Dollar pro Stunde kostete.

Vergessene Hotlines

Umso ärgerlicher, dass ein einfaches Frühwarnsystem, das viele Schäden hätte vermeiden können, offenbar völlig in Vergessenheit geraten war: Das Telefon. Die Sprecher mehrerer Energieversorger beklagten sich am Montag darüber, dass sie von ihren Kollegen in anderen Staaten nicht gewarnt worden seien, obwohl zwischen dem Ausfall der ersten Hochspannungsleitungen in Ohio und dem totalen Blackout in Millionen von Haushalten etwa eine Stunde verging. Die regionalen Energieversorger in den USA sind über ein ganzes Netzwerk von Hotlines miteinander verbunden. Es wurde nach dem großen Stromausfall im Jahr 1965 eingerichtet, um weitere zu vermeiden.

Größte Finanzkrise seit 30 Jahren

Der Verlust trifft die Stadt umso mehr, als sich New York nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 in der größten Finanzkrise seit etwa 30 Jahren befindet. Bürgermeister Michael Bloomberg ließ mehr als 4700 städtische Angestellte und Arbeiter entlassen und drückte die Ausgaben der Stadt damit um rund drei Milliarden. Jetzt fehlen ihm die Steuergelder für Geschäfte, die dem Blackout zum Opfer fielen. Außerdem rechnet er mit Sonderausgaben in Höhe von zehn Millionen für Überstunden, die Mitarbeiter der Stadt während des Blackouts leisteten.