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Abfindung für Ex-Bahnchef: 4,9 Millionen Euro für Mehdorn

Notfalls hätte er seine Abschiedsprämie eingeklagt - doch soweit muss Hartmut Mehdorn wohl nicht gehen. Im Streit um eine Abfindung für den Ex-Bahnchef gibt es offenbar eine Einigung: Laut "Süddeutscher Zeitung" soll er mit 4,9 Millionen Euro abgefunden werden.

Die Deutsche Bahn wird den im Zuge der Datenaffäre ausscheidenden Vorstandschef Hartmut Mehdorn nach einem Zeitungsbericht mit 4,9 Millionen Euro abfinden. Damit sollen alle Ansprüche aus Mehdorns Vertrag abgegolten werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Mehdorns Vertrag läuft eigentlich bis Mai 2011. Er hatte darauf gepocht, dass die finanziellen Bestimmungen des Vertrages voll erfüllt werden.

Dem Bericht zufolge berät der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn am Samstag bei seiner Sitzung in Essen über die Ausbezahlung des Vertrages. Im Kreise des Aufsichtsrates werde über die 4,9 Millionen Euro allerdings noch diskutiert, schreibt die Zeitung. Die Bahngewerkschaften wollten die Summe noch einmal nachrechnen. Mehdorn solle auf keinen Fall einen Bonus für seinen Rücktritt bekommen.

Bei der Sitzung ist der Daimler-Vorstand Rüdiger Grube als neuer Bahn-Chef bestellt worden. Die Kür des 57-jährigen Grube galt als sicher, nachdem die Arbeitnehmervertreter Zustimmung zum Personalvorschlag der Bundesregierung signalisiert hatten. Grube soll am 1. Mai antreten.

Unterdessen kamen in der Datenaffäre neue schwere Vorwürfe auf. Der Autor und Journalist Günter Wallraff hat nach eigenen Angaben Hinweise auf Manipulationen von Mitarbeiter-Computern bei der Bahn. Ihm lägen entsprechende eidesstattliche Versicherungen vor, sagte Wallraff, der darüber in der Wochenzeitung "Die Zeit" schrieb, der Nachrichtenagentur DPA. Offenkundig sollten so Entlassungsgründe geschaffen werden. Ein Betriebsrat habe eines Morgens entdeckt, dass Adolf Hitlers "Mein Kampf" auf seinen Computer geladen worden sei. Es handele sich um "etliche Fälle". Die Bahn wies Vorwürfe der Beweismittelfälschung zurück und kündigte an, rechtliche Schritte einleiten zu wollen.