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ab-in-den-urlaub.de: War der Flugzeugabsturz des Unister-Chefs manipuliert?

Der Hintergründe zum Flugzeugunglück des Unister-Gründers Thomas Wagner werden immer mysteriöser. Jetzt haben Ermittler das vermisste Höhenruder gefunden – weit vom Absturzsort entfernt. Es gibt "Hinweise auf Fremdeinwirkung".

Unister-Gründer und Gesellschafter Thomas Wagner (l) und Oliver Schilling (r).

Trauerfeier in der Leipziger Kongresshalle am 1. September mit Fotos der verstorbenen Unister-Gründer und Gesellschafter Thomas Wagner (l) und Oliver Schilling (r).

Drei Monate nach dem tödlichen Absturz der Piper PA-32 in Slowenien mit den beiden Unister-Gründern Thomas Wagner, 38, und Oliver Schilling, 39, an Bord ist ein bislang vermisstes Flugzeugteil gefunden worden. Es handelt sich um das Höhenruder des Kleinflugzeuges, das im Juli in den Bergen Sloweniens auf dem Weg von Venedig nach Leipzig abgestürzt war.

Das gesuchte Teil lag rund 700 Meter von der Absturzstelle entfernt und weist Beschädigungen auf. Diese seien in der Luft verursacht worden - wodurch, sei noch unklar, berichtet ein slowenisches Internetportal. "Es ist unklar, ob das Geschehen in der Luft absichtlich herbeigeführt wurde", zitierte das Portal den slowenischen Chef-Ermittler Toni Stojcevski. Die Untersuchung des Flugzeugabsturzes soll noch ein oder zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Absturzursache unklar

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, ob Wagners Kleinflugzeug zum Absturz gebracht wurde. Neben dem Unister-Gründer starben bei dem Unglück am 14. Juli noch drei weitere Menschen. Wagner war auf der Rückreise aus Venedig, wo er auf der Suche nach einem Kredit für sein klammes Internet-Unternehmen einem Millionenbetrug aufgesessen sein soll.

Wrack der Piper PA-32 in Slowenien

Beim Flugzeugheck fehlt das Höhenruder: Das Wrack der am 15. Juli abgestürzten Piper in einem Wald in Slowenien. Bei dem Unglück kamen vier Menschen ums Leben.


In einem 14-seitigen Zwischenbericht von Anfang August war bekannt geworden, dass das Heckruder verschwunden war, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". Damals war als Absturzursache extreme Wetterverhältnisse und Vereisung angenommen worden. Inzwischen hat sich das slowenische Militär in den Fall eingeschaltet und mittels einer Drohne das Höhenleitwerk ausfindig machen können.

"Luftfahrtexperten hatten stets betont, dass so ein wichtiges Instrument nicht einfach vom Flugzeug abbricht. Aus dem Unister-Umfeld war in der Vergangenheit auch stets über Manipulationen an der Maschine spekuliert worden", schreibt die "Leipziger Volkszeitung" weiter. Die vier Insassen an Bord der einmotorigen Piper waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Wagners Rucksack mit Bargeld und Unterlagen soll jedoch unversehrt geblieben sein.

Nur wenige Tage nach dem Absturz hatte die Leipziger Internetfirma Unister, die unter anderem die Webseiten fluege.de und ab-in-den-urlaub.de betreibt, Insolvenz angemeldet.

tib