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Aldi, Lidl und Co.: Geiz war geil

Die Schnäppchenjagd trieb Verbraucher in den vergangenen Jahren zu den Discountern, doch nun scheinen sich die Supermärkte verloren geglaubtes Terrain zurück zu erobern.

Seit über zehn Jahren hält der Siegeszug der Discounter in Deutschland an. Mit ihren auf Dauerniedrigpreisen ausgerichteten Geschäftsmodellen haben Aldi, Lidl und Co. die etablieren Supermärkte mit Vollsortiment förmlich überrollt. Zwar werden die Discounter laut einer Studie der Unternehmensberatung "Mercer" weiter den Markt dominieren, da die Deutschen "eine Nation von Schnäppchenjäger" seien. Doch in Zukunft zählten nicht mehr ausschließlich Billigpreise, vielmehr würden Angebotsauswahl und -qualität zu Schlüsselfaktoren.

Die Studie, die auf einer deutschlandweiten Online-Umfrage unter 2.000 Verbrauchern basiert, sieht den Lebensmitteleinzelhandel vor einer Trendwende. In der Wahrnehmung der Verbraucher hätten vor allem die Supermärkte Edeka und Rewe mit ihrer Sortimentsentwicklung und Kundennähe deutlich zugelegt. "Die Supermärkte könnten jetzt eine Renaissance erleben, wenn sie ihren Kompetenzvorsprung beim Sortiment konsequent nutzen", erklärte Mercer-Handelsexperte Sirko Siemssen.

Bei den Discountern führt der Studie zufolge Aldi nach wie vor unangefochten, kann seinen Spitzenplatz aber ausschließlich über das gute Preisimage halten. Bei der Leistungszufriedenheit beginne Aldi hinter Lidl zurückzufallen, der frühzeitig auch auf Markenprodukte gesetzt habe und dort Preisführer sei, hieß es weiter. Lidl entwickle sich durch die Einführung neuer Warengruppen und die Vertiefung des Angebots zum Vollsortimenter. Aus Kundensicht bekomme Lidl dadurch bessere Noten bei der Leistungszufriedenheit, dies gehe aber zu Lasten der Preiszufriedenheit.

AP / AP