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Discounter: Größere Auswahl - warum Aldi das Sortiment erweitert

Überschaubares Angebot, kleine Preise, wöchentliche Zusatzangebote: Die Strategie von Aldi war lange recht simpel. Nun stockt Aldi das Sortiment auf. Markenprodukte, aber auch Eigenmarken wandern in die Regale. Eine teure Strategie.

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Kunden bekamen bei Aldi zwar günstige Preis geboten, aber eine große Auswahl gehörte nicht dazu. Anders als Lidl - wo das Warenangebot immer schon größer war - setzte Aldi auf die "Weniger ist mehr"-Taktik. Zumindest bislang, denn nun erweitern Aldi Nord und Süd das Sortiment. Dabei ziehen nicht nur wie zuletzt Markenartikel in die Regale, sondern auch das Angebot mit Eigenmarken bauen die beiden Discounterbrüder aus. Damit erfüllen sie den Kundenwunsch nach mehr Auswahl. Doch der Strategieschwenk ist teuer.

Seit 2015 setzt Aldi im großen Stil auf die Listung von Markenartikeln. Ob Waschmittel, Schokolade oder Energydrink: Die namhaften Produkte kamen alle zusätzlich in die Regale. Kein anderes Produkt musste dafür weichen. So wächst das Sortiment von Aldi seit gut zwei Jahren kontinuierlich. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, verkauft Aldi Süd inzwischen rund 1300 Artikel, bei Aldi Nord sind es sogar 1400. Dabei sind noch nicht die unterschiedlichen Varianten eines Produkts eingerechnet und auch die Anzahl der Aktionsware fehlt in der Schätzung. Daher ist es gut möglich, dass Aldi inzwischen über ein ähnlich großes Sortiment verfügt wie Lidl. Dort stehen zwischen 1600 und 1800 Artikel.

Aldi nimmt mehr Bio-Produkte ins Sortiment

Nun haben Aldi Nord und Süd angekündigt, noch einmal nachzulegen und mehr als 60 Bio-Produkte zusätzlich ins Sortiment zu nehmen. Dann haben Kunden bald die Auswahl zwischen günstiger Eigenmarke, Markenherstellern und Bio-Qualität. Allerdings hat diese Strategie auch Schattenseiten für den Discounter, denn die neuen Artikel in den Filialen bringen auch zusätzlichen Personalbedarf mit sich. Und der kostet: Rund 100 Millionen Euro musste der Discounter schon zwischen den Jahren 2013 und 2015 an Mehrkosten fürs Personal kalkulieren. Daher schaut sich Aldi Nord nun die Kosten für Mitarbeiter genauer an. Ein normaler Vorgang, bestätigt ein Kenner des Unternehmens der "Lebensmittelzeitung". 

Klar ist: Auch wenn die Markenoffensive der vergangenen Jahre kein Schnäppchen für den Discounter war - gelohnt hat sich das vergrößerte Sortiment auf jeden Fall. So konnte Aldi den Supermärkten wie Edeka oder Rewe Marktanteile abnehmen.

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