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Experte zum Datenschutz: Worauf Sie im Umgang mit AGBs achten müssen

Mal ehrlich: Wer liest schon die Allgemeine Geschäftsbedingungen? Doch blindes Zustimmen kann gravierende Folgen haben, erklärt Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von "Deutschland sicher im Netz e.V.".

Von Wiebke Wetschera

Dr. Michael Littger ist Geschäftsführer des Vereins "Deutschland sicher im Netz."

Dr. Michael Littger ist Geschäftsführer des Vereins "Deutschland sicher im Netz."

Eben schnell eine App runtergeladen, ein Update installiert - und weil die Zeit knapp ist, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen einfach akzeptiert, ohne sie zu lesen. Wird schon passen. Das trifft auf 61 Prozent aller Nutzer im Internet zu - sie ignorieren oder überfliegen die AGB nur. Doch mitunter gibt man dabei Rechte auf, die einem vom Grundgesetz zugesichert werden. Welche Folgen blindes Zustimmen haben kann, erzählt  Dr. Michael Littger, Geschäftsführer von "Deutschland sicher im Netz e.V.", im Interview mit dem stern.

Was sehen Sie als größtes Problem im Umgang mit AGB im Internet?

Wer in sozialen Netzwerken aktiv ist oder eine App auf sein Smartphone lädt, muss den Geschäftsbedingungen der Anbieter zustimmen. In der Praxis werfen aber nur wenige Menschen einen Blick in die oft sehr langen und schwer verständlichen Texte. Die meisten stimmen einfach zu, denn sie wollen den Dienst oder die App schnell nutzen. Den Wenigsten sind dabei die Konsequenzen bewusst – ein oftmals weitreichendes Einverständnis in die Verwendung persönlicher Daten.

61 Prozent aller Nutzer im Internet ignorieren oder überfliegen die AGB lediglich. Ist diese Zahl überraschend oder bestätigend?

Ehrlich gesagt: Diese Zahl erscheint mir noch relativ niedrig. Ich glaube kaum, dass die übrigen 40 Prozent die AGBs wirklich umfassend lesen und verstehen. Den Nutzern fehlt bisweilen einfach die Zeit dafür – oder sie vertrauen blind in die Dienste: Schließlich machen alle anderen ja auch mit. Das Problem ist außerdem, dass Sie oft keine Alternative kennen. 

Bei dem Umfang der AGB ist es oft verständlich, dass sie niemand lesen will. Wie lässt sich das Problem Ihrer Meinung nach lösen?

Das Problem ist bekannt – übrigens auch aus der analogen Welt. Wer eine Versicherung abschließt, muss sich durch viele Seiten „Kleingedrucktes“ arbeiten. Welcher Verbraucher nimmt sich schon die Zeit dafür? Beispiele zeigen, wie das verbessert werden kann: Beim Kauf einer Immobilie muss Sie ein Notar über die Vertragsbedingungen persönlich aufklären. Das ist bei Apps natürlich ausgeschlossen. Eine Option könnte aber sein, dass AGBs viel einfacher und kürzer werden – oder dass sie von einem unabhängigen Prüfer vorab bewertet und kurz zusammenfasst werden – vielleicht auch anhand von Ampelfarben. Dazu müsste der Verbraucher allerdings dem Prüfer vertrauen, der die AGBs bewertet und auf wesentliche Aspekte hinweist.

Was sind mögliche Folgen, wenn Nutzer die Geschäftsbedingungen nicht lesen?

Werden Geschäftsbedingungen nicht gelesen, können Nutzer in Kostenfallen tappen. Oft steht aber der Umgang mit persönlichen Daten im Mittelpunkt. Viele Apps verlangen Zugriffsrechte beispielsweise auf das Adressbuch oder die Kamera – hier ist Vorsicht geboten! In diesen Fällen verzichtet der Nutzer auf persönliche Rechte, die ihm vom Grundgesetz aus zugestanden werden. Danach muss jeder Bürger selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten bestimmen dürfen.

Einen kleinen Trost könnte es geben: Denn überraschende Regelungen, mit denen ein Verbraucher nicht zu rechnen braucht, sind eigentlich gar nicht wirksam. Allerdings können Sie diese Rechte nicht selbst ohne weiteres durchsetzen. DsiN rät deshalb generell, sparsam mit eigenen Daten umzugehen und nur solche Daten Preis zu geben, die nicht zu privat sind.

Was müssen Nutzer tun, damit sie nicht in AGB-Fallen tappen?

Um nicht in AGB-Fallen zu tappen, empfehlen wir Verbrauchern praxisnah, einen Blick reinzuwerfen und möglichst viel davon zu lesen. So kann man besonders „neugierige“ Apps schon meist erkennen. Ein Aspekt dieser ersten Prüfung sollten die Zugriffsrechte sein, die die jeweilige App auf dem Smartphone oder Tablet-PC verlangt. Zum Schutz vor unseriösen Apps sollten diese auch aus offiziellen App-Stores heruntergeladen werden, denn hier findet schon eine recht wirksame Vorprüfung statt. Auch ein gesundes Misstrauen hilft, bevor sie Geschäftsbedingungen zustimmen.

Oft bleibt nur: AGB akzeptieren oder den Dienst nicht nutzen. Was raten Sie Nutzern in diesem Fall?

Wer Geschäftsbedingungen ungeprüft zustimmt, muss sich bewusst sein, dass er möglicherweise sehr persönliche Daten von sich preisgibt – möglicherweise auch von seinen Freunden und seiner Familie. Wenn Sie Menschen auf der Straße fragen würden, wen sie als letztes angerufen haben, bekommen Sie eher keine Antwort. In der digitalen Welt geben dieselben Menschen diese Information aber Anbietern preis, die sie gar nicht kennen. Durchaus paradox – finden Sie nicht?

Inwiefern müssen auch Unternehmen an der Präsentation ihrer AGBs arbeiten?

Die Verständlichkeit sowie den Umfang der Geschäftsbedingungen zu verbessern, ist eine Herausforderung, der sich Anbieter annehmen sollten – und es zum Teil auch schon tun. Allerdings sind sie zu umfangreichen Hinweisen verpflichtet, gerade um Verbraucher zu schützen. Gut gemeinte Vorgaben verkehren sich hier ins Gegenteil. Doch es bleibt dabei: Einfacher und verständlicher muss das Ziel bleiben!

Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung ein?

In Zukunft wird unser Alltag noch viel stärker vom Internet abhängen: Das Auto wird mit dem Internet vernetzt, die Küche, ja selbst der Kühlschrank weiß, wann die Milch leer ist. Diese Informationen sind am Ende auch wieder mit Menschen verknüpfbar, sodass die Einwilligung mit dem Umgang unserer Daten ein großes Thema bleiben wird. Aber es muss auch klar sein, dass Menschen die Kontrolle über ihre Daten behalten können müssen - und natürlich auch vor kriminellen und unbefugten Zugriffen geschützt werden. In dieser Balance sollte die künftige Entwicklung liegen und ich freue mich darauf, mit DsiN an dieser Diskussion mitzuwirken.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(