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Online-Handel: Jede fünfte Amazon-Bewertung soll ein Fake sein - so entlarven Sie die Fälschungen

Bewertungen helfen Kunden bei der Kaufentscheidung im Netz. Ein Softwareanbieter ermittelt, dass rund 20 Prozent der Produktbewertungen bei Amazon gefälscht sind. Ein Problem - für Kunden und Händler. 

Amazon kämpft gegen Fake-Bewertungen

Amazon kämpft gegen Fake-Bewertungen

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Im Netz shoppen ist praktisch: Es gibt keinen Öffnungszeiten, man braucht kein Bargeld und kann im Grunde alles kaufen - von Klamotten bis zu frischen Lebensmitteln bietet das digitale Warenhaus alles, was das Einkäuferherz begehrt. Allerdings mit einem dicken Nachteil: Der Kunde kann die Ware nicht vor Kauf anfassen, ausprobieren, überziehen. Er muss sich auf die Angaben des Herstellers verlassen - oder auf die Erfahrungen, die andere Käufer damit gemacht haben.

Kundenbewertungen sind längst zu einer Macht im Netz geworden. Produkte, die schnell über viele gute Bewertungen - gerade auf großen Portalen wie Amazon - verfügen, erzielen rund 30 bis 50 Prozent mehr Umsatz, berichtet die Techseite "t3n". Im Gegenzug können Manager an mittelprächtigen Bewertungen (um die drei Sterne) ablesen, dass mit diesem Produkt kaum noch Umsatz drin ist. Denn Kunden glauben den Bewertungen. Ein großer Fehler.

Fernsehen in den 1970er Jahren und Freenet-Chef Christoph Vilanek

Fake-Bewertungen sind Problem für Amazon

Seit Jahren sind gefälschte Bewertungen ein Problem für Handelskonzerne wie Amazon. Denn sie ruinieren das Vertrauen der Kunden - nicht nur in den Artikel, sondern auch in die Plattform. Wie groß das Problem inzwischen ist, will nun das Softwareunternehmen Reviewmeta herausgefunden haben, berichtet "t3n".

Dafür wurden rund sieben Millionen Amazonbewertungen auf unterschiedlichen Länderseiten von Amazon analysiert. Das Ergebnis: Jede fünfte Bewertung soll ein Fake sein. Das von Reviewmeta entwickelte Tool scannt die Nutzer hinter den Bewertungen, checkt ihre Vertrauenswürdigkeit und die Art und Weise, wie bewertet wurde. Wiederholen sich Formulierungen? Bewerten Kunden nur Artikel eines Herstellers oder schreibt der Kunde in kürzester Zeit viele Bewertungen? Diese Infos können Hinweise darauf geben, dass es sich um Fake-Bewertungen handelt.

Reviewmeta hat das Tool online gestellt, Kunden können die URL zum gewünschten Amazon-Artikel eingeben und sich das bereinigte Bewertungsergebnis anzeigen lassen. Aber auch ohne Softwareunterstützung können Onlinekäufer Fake-Bewertungen erkennen.

+++ Hier lesen Sie, wie ein ehemaliger Bewertungsfälscher erklärt, woran Fakes erkannt werden können und wie sich Kunden schützen können. +++

Amazons Kampf gegen die Fälscher

Amazon selbst kämpft gegen Fake-Schreiber und das gesamte "Ökosystem", das sich um diese betrügerische Masche rankt. In den vergangenen Jahren gelang es Amazon immer wieder im großen Stil gegen Drittanbieter vorzugehen, die ihre Produkte mit gekauften Bewertungen pushen wollten. 2015 hatte Amazon gegen 1000 Fake-Bewertungsschreiber geklagt. Erst Anfang 2017 hatte Amazon über Nacht zehntausende Bewertungen gelöscht, die gekauft waren. Außerdem verschärfte der Händler die Richtlinien für Drittanbieter.  

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kg
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.