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ANALYSE: US-Konjunktur: Kein Silberstreif am Horizont

Jetzt dürfte auch noch das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal nachträglich auf fast Null korrigiert werden - ein böser Dämpfer für die Bush-Regierung.

Ist Rezession da?Stetig sinkendes Wachstum

»Die Tatsache, dass wir jetzt bereits drei Quartale mit relativ niedrigem Wachstum hatten, ist sehr beunruhigend«, sagt Weller. Im 4. Quartal 2000 nahm das Bruttoinlandsprodukt auf Jahresbasis noch um 1 Prozent zu, im 1. Quartal dieses Jahres um 1,3 Prozent. Viele Ökonomen sprechen deshalb von einer »Wachstumsrezession«. Auch die US-Notenbank, die vergangene Woche zum siebten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen senkte, sah keinen Silberstreif am Horizont. »Auf absehbare Zeit« ist mit der anhaltenden Wirtschaftsschwäche zu rechnen, teilte die Fed mit.

»Beige Book« löste Alarm ausVerbraucher werden vorischtiger

Das zeigt sich an den Ladenkassen. Die Verbraucher, die bislang trotz massiver Entlassungswellen und schwindender Gewinne an den Aktienbörsen bei der Stange blieben, werden vorsichtiger. Auch aggressive Preisnachlässe für Autos und Computer locken ihnen das Geld nicht mehr so leicht aus der Tasche. Das ist ein Schlag für die US-Wirtschaft, die zu Zweidritteln von den Verbraucherausgaben gestützt wird.

Schwache Fundamentaldaten bleibenAuslands-Investitionen fließen weiter

Die Investoren aus dem Ausland scheinen die trüben Aussichten dennoch nicht zu schrecken. Das Geld fließt unvermindert Richtung USA. Nach amerikanischer Lesart liegt der Grund auf der Hand: zu hohe Steuern, zu starre Regeln und zu wenig Wettbewerb machen Europa ihrer Ansicht nach für Anleger wenig attraktiv. »Schlechte Steuerpolitik, schlechte Geldpolitik, und der Unwille, irgendetwas daran zu ändern«, schreibt der Chefredakteur von »Newsweek«, Fareed Zakaria, machten die USA offensichtlich noch immer zum sichersten Hafen der Welt. Christiane Oelrich

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