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ARD-Vorsitzender Raff: "Wir bauen Eins Extra aus"

Die ARD wehrt sich gegen die Kritik der Privatsender: Der Vorwurf, der Ausbau von Eins Extra zu einem Nachrichtensender sei nicht rechtmäßig, entbehre jeder Grundlage, so der ARD-Vorsitzende Raff. stern.de hatte am Mittwoch exklusiv über den Streit berichtet.

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hat die Kritik der privaten TV-Sender an der Weiterentwicklung des Digitalprogramms Eins Extra zurückgewiesen. Der Vorwurf, dieses Vorhaben sei "rechtswidrig", entbehre jeder Grundlage, sagte Raff. Der Rundfunkstaatsvertrag gestatte ARD und ZDF, drei Digitalprogramme zu verbreiten, und zwar mit den Schwerpunkten Kultur, Bildung und Information: "EinsExtra ist seit zehn Jahren das Digitalprogramm der ARD mit dem Schwerpunkt Information. Und Nachrichten stellen die Urform der Information dar."

Wie stern.de am Mittwoch exklusiv berichtet hatte, hatten RTL-Chefin Anke Schäferkordt und ProSieben-Vorstandschef Guillaume de Posch die Expansionspläne von ARD und ZDF in Briefen an mehrere Ministerpräsidenten harsch kritisiert. Schäferkordt und de Posch argumentierten, öffentlich-rechtliche Nachrichtenkanäle seien rechtswidrig. Sie würden außerdem die privaten TV-Stationen N-TV und N24 in existenzielle Gefahr bringen, die Arbeitsplätze könnten verloren gehen. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, Kurt Beck und Günther Oettinger, forderten daraufhin die Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen auf, ihre Expansionspläne für den digitalen Rundfunk detailliert darzulegen. SPD-Chef Beck ist Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder.

"Nachrichtenservice für alle"

Das Digitalkonzept der ARD sehe vor, EinsExtra zu einem "verlässlichen Nachrichtenservice für alle Nutzungsformen und Verbreitungswege" weiterzuentwickeln, konkretisierte Raff nun in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus soll der Sender Regionalinformationen bringen.

Ein solches Programm gehöre zu den Kernkompetenzen der ARD. Bei N24 und N-TV hingegen würden die Nachrichtenanteile kontinuierlich heruntergefahren, so Raff: "Statt dessen kann man dort stundenlang die Formel 1, Golfkurse und Reiseberichte verfolgen sowie Weinmagazine oder Dokus über die größten Schiffskatastrophen aller Zeiten anschauen. Offensichtlich wollen die Kommerziellen mit ihrer Kritik an der ARD von dieser Entwicklung und ihren eigenen Defiziten ablenken."

Neben den Digitalprogrammen wollen ARD und ZDF ihr Online-Angebot ausbauen. Davon wären auch private Anbieter wie stern.de betroffen.