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Ausfälle bei American Airlines: Flugchaos kostet Millionen

Das Flug-Desaster bei American Airlines ist auch ein finanzielles Desaster: Mehrere zehn Millionen Dollar würden die Ausfälle das Unternehmen kosten, meint Vorstandschef Gerard Arpey. Mehr als 250.000 Reisende waren allein diese Woche von dem Flugchaos betroffen.

Die Geduld der Kunden von American Airlines wird weiter auf die Probe gestellt. Die Fluggesellschaft sagte 570 weitere Flüge ab, nachdem schon am Donnerstag rund 900 Flüge gestrichen wurden. Tausende Passagiere strandeten auf den Flughäfen oder versuchten verzweifelt umzubuchen. Grund für die Ausfälle sind die von der Luftfahrtbehörde FAA angeordneten Inspektionen an den Maschinen des Typs MD-80, bei denen Kabel überprüft werden müssen. Auch andere Fluggesellschaften wie Alaska Airlines, Midwest Airlines und Delta Air sagten Flüge wegen der Überprüfung der MD-80 ab. Allein bei American Airlines waren in dieser Woche von den Flugausfällen mindestens 250.000 Menschen betroffen, mehr als 3000 Flügen wurden abgesagt. Die Fluggesellschaft rechnet deshalb mit millionenschweren Verlusten.

Vorstandschef Gerard Arpey erwartet nach eigenen Worten Kosten von mehreren zehn Millionen Dollar. Das Management bat die aufgebrachten Kunden um Entschuldigung und bot Fluggutscheine an. Einige verärgerte Passagiere stiegen allerdings lieber auf die Bahn um. Die Bahngesellschaft Amtrak berichtete von einer deutlichen Zunahme der Fahrgastzahlen. In den Fall schaltete sich auch der Kongress ein, der besonders die FAA und ihre Inspektionen ins Visier nahm. Die FAA wies dabei darauf hin, dass sie die Inspektionen schon vor 18 Monaten angeordnet habe und dass die Fluggesellschaften damit genug Zeit gehabt hätten.

Keine negativen Ergebnisse bei anderen Airlines

Andere Fluggesellschaften wie Continental Airlines, JetBlue Airways, AirTran Airways und Northwest Airlines erklärten, Überprüfungen der FAA hätten bei ihnen keine negativen Ergebnisse gebracht. Die zahllosen Absagen treffen eine Branche, die unter anderem wegen der steigenden Treibstoffpreise ohnehin schwer zu kämpfen hat.

Die US-Billigfluglinie Frontier Airlines meldete unterdessen Insolvenz an. Das Unternehmen beantragte Gläubigerschutz und wollte seinen Flugbetrieb fortsetzen, während es sich reorganisiert. Frontier-Chef Sean Menke sagte, die Fluggesellschaft sei wie andere Linien von den steigenden Treibstoffkosten und die Kreditkrise auf den Finanzmärkten getroffen worden.

DPA/AP / AP / DPA
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