Autoindustrie
VW-Chef Blume will Produktionskapazität weiter senken

Überkapazitäten seien langfristig nicht tragfähig, sagt VW-Chef Oliver Blume. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Überkapazitäten seien langfristig nicht tragfähig, sagt VW-Chef Oliver Blume. (Archivbild) Foto
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Volkswagen nennt die alte Volumenplanung unrealistisch und will weltweit eine Million Autos weniger bauen. Was das für Jobs und Standorte bedeutet, bleibt vorerst offen.

Der Volkswagen-Konzern will seine Produktionskapazitäten angesichts des schwierigen Marktumfelds weiter deutlich senken. "Aktuell beschäftigen wir uns mit bis zu einer weiteren Million Kapazität, um die globale Marktsituation abzubilden", sagte Konzernchef Oliver Blume dem "Manager-Magazin". "Dann kommen wir von insgesamt über zwölf Millionen investierten Kapazitäten auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr."

Das betreffe die Standorte des Unternehmens weltweit. In China hatte VW wie in Europa - hier vor allem bei der Kernmarke VW Pkw und der Tochter Audi - die Produktionsmöglichkeiten um jeweils eine Million Fahrzeuge eingedampft.

Blume: Volumenplanung der Vergangenheit unrealistisch

"Überkapazitäten sind für unser Unternehmen langfristig nicht tragfähig", sagte Blume. "Und in der heutigen Markt- und Wettbewerbssituation ist die Volumenplanung der Vergangenheit unrealistisch." Eine Entscheidung, ob dafür Werke geschlossen werden müssen, ist laut Blume noch nicht getroffen. 

"Es gibt intelligentere Methoden, als gleich ein Werk zu schließen. In Osnabrück zum Beispiel werden wir die Produktion von VW-Fahrzeugen im nächsten Jahr beenden - das hatten wir 2024 entschieden." In dem Fall rede VW mit Rüstungsfirmen, um dort eventuell Produktion anzusiedeln und Mitarbeiter zu übernehmen. Auch dabei ist aber noch nichts in trockenen Tüchern.

"Wir haben einen klaren Plan, wie wir unsere Kapazitäten sozialverträglich verringern", sagte Blume zu den laufenden Stellenstreichungen. Derzeit baut Volkswagen bei der Kernmarke und vor allem den Töchtern Audi und Porsche in Deutschland zusammengenommen 50.000 Jobs ab, um die Kosten zu senken. 

VW-Chef betont: Schauen uns alle Kostenpositionen an

Blume zufolge reicht das derzeitige Gewinnniveau nicht aus, um die Investitionen in Modelle und Technik dauerhaft zu stemmen. Einen weiteren Arbeitsplatzabbau schließt der Manager gleichwohl nicht aus. "Unsere Pflicht ist es, alles genau zu prüfen", sagte er. "Wir schauen uns alle Kostenpositionen an. Das ist elementarer Teil unserer Verantwortung für dieses Unternehmen."

2019 seien die Werke des VW-Konzerns auf zwölf Millionen Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt gewesen. "Aber seit Corona liegt der Durchschnitt bei neun Millionen Fahrzeugen in komplett veränderten Märkten", sagte Blume.

In den USA denkt VW darüber nach, ob Audi die neu entstehende Fabrik der Elektromarke Scout mitnutzen kann - eine Entscheidung steht aber laut Blume weiter aus.

dpa