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Autokrise: Chrysler stoppt Produktion

Reaktion auf die Krise: Der amerikanische Autobauer Chrysler macht ab Freitag seine 30 Werke für vier Wochen dicht, um Kosten zu sparen. Chrysler wie auch dem Konkurrenten General Motors droht die Zahlungsunfähigkeit. Beide sollen auch wieder über eine Fusion verhandeln.

Der angeschlagene US-Autokonzern Chrysler macht ab Freitag alle 30 Produktionsstätten in Nordamerika für einen Monat dicht. Das kündigte das Unternehmen in Detroit an. Damit soll der sinkenden Nachfrage Rechnung getragen und Geld eingespart werden. Chrysler und der Konkurrent General Motors haben erklärt, dass sie ohne staatliche Finanzhilfe innerhalb der nächsten Wochen zahlungsunfähig werden könnten.

Die Arbeit in den 30 Chrysler-Werken soll mit dem Ende der Schicht am Freitag bis zum 19. Januar eingestellt werden. Vier Werke bleiben sogar über diese Vier-Wochen-Frist hinaus fürs erste geschlossen. Bei der Opel-Mutter General Motors wurden am Mittwoch die Pläne für den Bau einer neuen Motorenfabrik auf Eis gelegt. Bereits in der vergangenen Woche kündigte der Konzern an, dass 20 Fabriken in Nordamerika vorübergehend stillgelegt werden und die Produktion drastisch zurückgefahren wird. Außerdem haben Chrysler und GM nach Informationen des "Wall Street Journal" ihre Fusionsgespräche wieder aufgenommen.

Der Chrysler-Besitzer, die Beteiligungsgesellschaft Cerberus Capital Management LP habe signalisiert, dass sie bereit sei, Anteile an dem Unternehmen zu verkaufen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut seien. Die Initiative zur Wiederaufnahme der vor Wochen abgebrochenen Gespräche sei von Cerberus ausgegangen. GM und Chrysler waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Bei Ford werden im Januar zehn Produktionsstätten für eine zusätzliche Woche geschlossen. Eine Konzernsprecherin begründete die Verlängerung der Werksferien auf drei statt zwei Wochen am Mittwoch ebenfalls mit dem schleppenden Autoabsatz in den USA.

AP/Reuters / AP / Reuters