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Autokrise: Toyoda soll Toyota wieder flott machen

In der Krise übernimmt die Familie das Steuer: Erstmals seit 14 Jahren steht ein Mitglied der Familie Toyoda wieder an der Spitze des japanischen Autobauers Toyota. Akio Toyoda ist ein Enkel des Firmengründers. Er soll den Konzern wieder flott machen.

Akio Toyoda soll als neuer Präsident den japanischen Autobauer Toyota aus der Krise führen. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, der Enkel von Firmengründer Kiichiro Toyoda werde als Präsident die Leitung des Konzerns übernehmen. Zuvor hatte Toyota mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr weltweit 8,972 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden. Das waren vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Toyota Motor könnte trotzdem den US-Konzern General Motors als weltweit größten Autohersteller ablösen. Zahlen von General Motors aus Detroit werden an diesem Mittwoch erwartet. Die Ernennung des 52-jährigen Toyoda war schon erwartet worden. Sie muss noch auf einer Aktionärsversammlung im Juni bestätigt werden. Es ist das erste Mal seit 14 Jahren, dass wieder ein Mitglied der Toyoda-Familie das Unternehmen führt.

Toyoda war zuletzt Stellvertreter des langjährigen Präsidenten Katsuaki Watanabe. Der 66-Jährige wird nun Vize-Chef des Aufsichtsrats von Toyota. Das "Wall Street Journal" hatte in einem Bericht als Grund für den Rollentausch auch den schlechten Gesundheitszustand des derzeitigen Aufsichtsrats-Chefs Fujio Cho (71) angeführt. Cho solle von Watanabe unterstützt werden, hieß es.

Die von den USA ausgelöste weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise macht auch Toyota zu schaffen. Vor allem im wichtigen Markt Nordamerika brach die Nachfrage im vergangenen Jahr ein. Toyota rechnet in dem am 31. März endenden Finanzjahr deshalb mit dem ersten Verlust in 70 Jahren. Erwartet wird ein Minus von 150 Milliarden Yen (1,24 Milliarden Euro).

Die Zeitung "Yomiuri" berichtete am Dienstag, um angesichts des Nachfragerückgangs Kosten zu sparen wolle Toyota im Laufe dieses Jahres in Japan komplett auf Zeitarbeiter verzichten. Der Konzern erklärte allerdings dazu nur, noch sei nichts entschieden.

AP/DPA / AP / DPA