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Autokrise: Toyota drosselt erneut Produktion

Angesichts der Absatzkrise in der Autobranche hat der weltgrößte Hersteller Toyota beschlossen, die Produktion erneut zu drosseln. Hyundai versucht dagegen mit ungewöhnlichen Mitteln den Absatz in den USA anzukurbeln: Bei Einkommensverlust können Käufer ihren Neuwagen zurückgeben.

Angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie hat der weltgrößte Autohersteller Toyota eine weitere Drosselung der Produktion beschlossen. Der südkoreanische Konkurrent Hyundai will dagegen mit ungewöhnlichen Mitteln den eigenen Absatz ankurbeln: Bei Einkommensverlusten können Käufer ihren neuen Hyundai wieder zurückgeben. Unterdessen erfuhr der schwer angeschlagene amerikanische Konzern General Motors, dass er Ende kommender Woche die zugesagte Milliardenhilfe erhalten wird.

Toyota teilte am Dienstag mit, im Februar und März sollen in zwölf inländischen Werken die Bänder für elf Tage stillstehen. Zuvor hatte der Autoriese bereits eine dreitägige Produktionsunterbrechung für Januar in fast allen japanischen Werken angekündigt. Außerdem soll die Produktion in 13 Teilefabriken inner- und außerhalb des Landes zurückgefahren werden.

Erst kürzlich hatte Toyota seine Verkaufserwartung für das vergangene Jahr um vier Prozent auf 8,96 Millionen Fahrzeuge gesenkt. Erstmals in der Firmengeschichte geht der Hersteller für das Fiskaljahr 2008 auch von einem operativen Verlust aus.

Hyundai: Kunden die Angst nehmen

Unkonventionelle Maßnahmen ergreift angesichts der Wirtschaftskrise der südkoreanische Autohersteller Hyundai, um den Verkauf seiner Fahrzeuge in den USA anzukurbeln: Wer einen Hyundai kauft, kann diesen beim Verlust seines Einkommens innerhalb eines Jahres wieder zurückgeben. Wegen des unsicheren Wirtschaftsumfeldes wolle man die Kunden beruhigen, sagte Hyundais US-Chef John Krafcik. Das Programm gelte seit vergangenem Wochenende für alle Neuwagen, die bei teilnehmenden Händlern geleast oder finanziert würden.

Hyundai sorgte einst mit einer zehnjährigen Garantie für Aufmerksamkeit und wuchs Anfang des Jahrzehnts in den USA schneller als alle Konkurrenten. In den vergangenen beiden Jahren blieb der Konzern jedoch weit hinter seinen Zielen zurück. Bis November gingen die US-Absatzzahlen um zehn Prozent zurück. Hyundai ist zusammen mit seiner Tochter Kia Motors der fünftgrößte Autohersteller der Welt.

GM: Milliarden fließen kommende Woche

Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) wird am Ende kommender Woche die zugesagten Hilfen in Höhe von 5,4 Milliarden Dollar erhalten. Das Geld stamme aus dem Programm, das ursprünglich für die Finanzbranche gedacht war, erklärte das US-Finanzministerium. Die Mittel, die am 16. Januar überwiesen werden sollen, kämen somit aus der zweiten Tranche des 700 Milliarden Dollar schweren Programms, die der Kongress noch blockieren könnte. Erst gestern hatten die amerikanischen Autobauer ihre Horrorbilanzen für das abgelaufene Krisenjahr veröffentlicht.

US-Präsident George W. Bush hatte den heimischen Autokonzernen kurz vor Weihnachten Hilfen von bis zu 17,4 Milliarden Dollar zugesagt, davon 9,4 Milliarden Dollar für GM. Die erste Zahlung über vier Milliarden Dollar hatte der größte US-Hersteller am 31. Dezember erhalten. Zusätzlich bekommt der Konzern über seine Finanzsparte GMAC sowie vom Land Kanada Milliarden-Hilfen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters