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Absatzeinbruch: US-Automarkt beendet Horrorjahr

Die Finanzkrise hat zu einem desaströsen Absatzeinbruch am amerikanischen Automarkt geführt. Die Konzerne GM und Chrysler verkauften im vergangenen Jahr bis zu ein Drittel weniger Fahrzeuge. Auch die deutschen Autobauer und der Branchenführer Toyota sind betroffen.

Horrorjahr für den US-Automarkt: Die Absatzzahlen stürzten 2008 auf den tiefsten Stand seit mehr als 15 Jahren. Die heftigsten Einbrüche erlitten die drei angeschlagenen US-Hersteller. Aber auch bei den deutschen Autobauern und dem weltweiten Branchenführer Toyota beschleunigte sich die Talfahrt zum Jahresende zum Teil rasant.

Viele Experten befürchten nun für 2009 sogar noch schlechtere Zeiten in der Branche. Klares Warnsignal: Die Absatzzahlen fielen im Dezember praktisch bei allen Autobauern erneut weit schlechter aus als im Jahresschnitt. Ein Ford-Top-Manager prophezeite der Branche, das erste Quartal 2009 werde in jedem Fall "schlecht - ganz gleich aus welchem Blickwinkel".

Für den gesamten US-Automarkt 2008 ließen die vorläufigen Daten einen Absturz auf etwas mehr als 13 Millionen verkaufte Wagen erwarten - nach mehr als 16 Millionen im Jahr 2007. Der immer schlimmer werdende Einbruch war in den letzten Monaten 2008 so heftig wie seit Jahrzehnten nicht.

Einbruch um ein Drittel

Der größte US-Autobauer und Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) erlitt 2008 einen Absturz der Verkaufszahlen um fast 23 Prozent auf knapp drei Millionen Wagen. Zuletzt verkaufte GM laut Branchendaten vor fast 50 Jahren so wenig Autos. Im Dezember brach der Absatz trotz enormer Rabatte sogar um mehr als 31 Prozent ein.

Beim US-Konkurrenten Ford ging es 2008 um fast 21 Prozent auf knapp zwei Millionen Autos nach unten, im vergangenen Monat um mehr als 32 Prozent. Am härtesten traf es die Nummer drei unter den US-Anbietern, Chrysler, mit einem Minus von 30 Prozent im Gesamtjahr und katastrophale 53 Prozent im Dezember.

Alle drei US-Hersteller kämpfen seit Jahren mit enormen Verlusten. GM und Chrysler bekamen gerade am Rande der Pleite milliardenschwere Notkredite der US-Regierung.

Auch deutsche Autohersteller leiden

Bei BMW fiel der US-Konzernabsatz 2008 um knapp zehn Prozent, im Monat Dezember sogar um fast 36 Prozent. Ohne den erfolgreichen Kleinwagen Mini wäre der Rückgang noch drastischer ausgefallen. Die Hauptmarke BMW büßte beim Absatz 2008 mehr als 15 Prozent ein, im Dezember lag das Minus hier sogar bei über 40 Prozent.

Der Daimler-Konzern schlug sich 2008 durch den in den USA neu gestarteten Kleinwagen Smart mit einem Rückgang von lediglich 1,5 Prozent noch vergleichsweise gut. Die Kernmarke Mercedes gab um mehr als 11 Prozent nach. Im Dezember brach der Pkw-Konzernabsatz um fast 24 Prozent ein, bei Mercedes allein um mehr als 32 Prozent.

Volkswagen verkaufte in den USA im Jahresvergleich 3,2 Prozent weniger Fahrzeuge, im vergangenen Monat waren es allerdings auch bereits gut 14 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Bei der VW-Tochter Audi lag das Minus 2008 insgesamt bei 6 Prozent, im Dezember fiel es mit 9 Prozent etwas stärker aus. Der Sportwagenbauer Porsche erlitt 2008 einen steilen Absturz der Verkaufszahlen um rund 25 Prozent. Im selben Ausmaß ging der Absatz auch im Dezember zurück.

Auch der einst erfolgsverwöhnte weltgrößte Autobauer Toyota musste 2008 in den USA einen Absatzrückgang aller Marken um insgesamt fast 16 Prozent hinnehmen. Im Dezember verschärfte sich das Minus drastisch auf fast 37 Prozent.

DPA / DPA