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Bahn: Lokführer streiken ab 7. Januar

Schlechte Nachrichten für Bahnreisende: Ab 7. Januar will die Lokführergewerkschaft GDL sowohl den Personen und Güterverkehr bestreiken. Und zwar unbefristet, bis sich ein tragfähiges Tarifergebnis abzeichne. Die Deutsche Bahn reagierte sofort und zog alle bisherigen "Angebote und Zugeständnisse" zurück.

Auf Bahnreisende in Deutschland rollt im neuen Jahr eine neue Streikwelle zu: Vom 7. Januar an sollen erneut die Züge im Fern-, Nah- und Güterverkehr stillstehen. "Wir werden den Arbeitskampf solange führen, bis sich nach unserem Verständnis ein vernünftiges Ergebnis zeitigt", betonte der Vorstandsvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Manfred Schell in Frankfurt. Der Arbeitskampf solle auch während neuer Verhandlungen nicht unterbrochen werden. Wie lange der Ausstand dauern werde, habe allein die Bahn in der Hand, sagte Schell.

Am Tag zuvor hatte die GDL die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn überraschend ergebnislos abgebrochen. Schell erklärte die Verhandlungen für gescheitert. Der Konzern sei hinter bisherige Zusagen zurückgefallen und habe sich "kein Jota" bewegt. Die Bahn bot laut GDL bislang 6,5 Prozent mehr Geld an, die GDL forderte zuletzt Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent. Über Arbeitszeit wurde laut Schell noch überhaupt nicht verhandelt. "Es liegt alles auf dem Tisch, aber alles ist für uns unannehmbar", sagte der Gewerkschafter.

Keine Streiks an Weihnachten

In diesem Jahr werde es wegen des erhöhten Reiseverkehrs an den Feiertagen keinen Arbeitskampf mehr geben. Wer Weihnachten und Silvester Bahn fahre, brauche sich keine Sorgen zu machen. Die GDL bestehe auf einem eigenständigen Tarifvertrag. Davon habe sich die Bahn aber schon nach wenigen Verhandlungen verabschiedet, sagte Schell.

Die Deutsche Bahn zieht alle bisherigen "Angebote und Zugeständnisse" zurück. Das teilte der Bahn-Vorstand in einer Erklärung in Berlin mit. Dies geschehe, "um in der Sache endlich weiterzukommen, Streiks zu vermeiden und Schaden von unseren Kunden abzuwenden". Die Bahn fordere von der GDL nun ein "geregeltes Schlichtungsverfahren", wie es normalerweise bei Tarifverhandlungen üblich sei, wie Personalvorstand Margret Suckale sagte. Daran sollten sich alle Gewerkschaften beteiligen.

Umstritten ist unter anderem, welche Lokführer unter einen Tarifvertrag fallen sollen, den die GDL aushandelt. Es gebe 25 bis 27 Punkte, in denen noch Dissens herrsche. Deshalb hätte nach Anschicht von Schell ein Spitzengespräch am Mittwochabend, an dem auch die anderen Bahn-Gewerkschaften GDBA und Transnet teilnehmen sollten, keinen Sinn mehr gemacht. In diesem Stadium sei die GDL auch nicht bereit, eine Kooperationsvereinbarung mit den anderen Gewerkschaften zu unterschreiben.

In dem seit Monaten festgefahrenen Konflikt hatten sich die Deutsche Bahn und die GDL erst vor gut zwei Wochen, am 4. Dezember, nach zähem Ringen und tagelangen Streiks auf die Fortsetzung von Tarifverhandlungen verständigt.

DPA / DPA