HOME

BAHN: Rauchen in Bahnhöfen drastisch eingeschränkt

Bahn schränkt Rauchen an Bahnhöfen drastisch ein: Für Nikotinanhänger werden spezielle Zonen eingerichtet. Uneinsichtigen Rauchern droht eine Geldstrafe von 20 Euro.

Wer auf deutschen Bahnhöfen nicht auf seine Zigarette verzichten will, muss sich dafür künftig in spezielle Raucherzonen begeben. Ab sofort gilt diese Regelung auf dem Frankfurter Hauptbahnhof, am 5. September schließen sich 54 Bahnhöfe in ganz Deutschland an, wie die Deutsche Bahn am Montag in Frankfurt am Main mitteilte. Nach dem Ende von Umbauarbeiten kommen in den nächsten Monaten noch neun weitere Bahnhöfe dazu.

Nur noch Raucher-Inseln

Auf allen Bahnsteigen sind den Angaben zufolge Raucher-Inseln eingerichtet, die mit signalgelben Würfeln gekennzeichnet sind. Hinweise auf das Rauchverbot finden sich an den Bahnhofseingängen. Die Aktion »Rauchfreie Bahnhöfe« wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützt. In der Einführungszeit sollen kleine Falt-Aschenbecher mit der Aufschrift »Das sollte hier Ihre Letzte sein« an alle Reisenden verteilt werden, die sich außerhalb der gekennzeichneten Bereiche nicht an das Rauchverbot halten.

Soll Kosten senken

Tabakliebhaber sind aber nicht nur auf die Bereiche unter den gelben Würfeln angewiesen: Auch in den DB Lounges und in den Gastronomiebetrieben bleibt das Rauchen erlaubt. Während in Tiefbahnhöfen das Rauchen vor allem aus Gründen des Brandschutzes und der Sicherheit verboten ist, will die Bahn mit den rauchfreien Bahnhöfen für mehr Sauberkeit sorgen und so Kosten senken. Zudem sollen Nichtraucher besser geschützt werden.

Gesunkener Reinungungsaufwand

Willi Meurer von der DB Station & Service AG, erläuterte das so genannte 3-S-Programm der Bahn für Sicherheit, Sauberkeit und Service: »Die Ergebnisse des Pilotprojekts, das im Juli 2001 auf dem Bonner Hauptbahnhof startete, waren sehr positiv. Der Reinigungsaufwand ist spürbar geringer geworden. Die Raucher haben in der Regel verständnisvoll reagiert.«

20 Euro Strafe

Bundesweit gibt die Bahn eigenen Angaben zufolge 100 Millionen Euro pro Jahr für die Reinigung der Bahnhöfe aus. Allein die Gleissäuberung verursacht zweistellige Millionenkosten. »Eine weggeworfene Dose ist recht einfach einzusammeln, aber Zigarettenkippen müssen einzeln aus den Gleisen geholt werden«, sagte Meurer. Gegenüber uneinsichtigen Rauchern wird die Bahn ihr Hausrecht durchsetzen und einen Beitrag von 20 Euro für den erhöhten Reinigungsaufwand einkassieren.