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Bahn-Tarifverhandlungen: Am Donnerstag drohen Warnstreiks

Bei der Deutschen Bahn drohen am Donnerstag Störungen im Fahrplan. Grund: Zwei Gewerkschaften rufen zu Warnstreiks auf. Sie sind unzufrieden mit dem Angebot der Bahn in den Tarifverhandlungen. Wann und wo gestreikt werden soll, wird erst am Mittwoch feststehen.

Bahnreisende müssen sich am Donnerstag auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA riefen für diesen Tag zu Warnstreiks auf. Einen entsprechenden Entschluss fassten die Vorstände der beiden Gewerkschaften am Montag in Frankfurt am Main. Über Uhrzeiten und mögliche Auswirkungen des Ausstands wollen Transnet und GDBA am Mittwoch informieren. Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) plant dagegen für Donnerstag keine Arbeitsniederlegungen.

Unverständnis bei der Bahn

Die Deutsche Bahn reagierte mit Unverständnis auf die Streikankündigung und verwies auf Fortschritte bei den Tarifverhandlungen. Ein Unternehmenssprecher erklärte: "Unsere Kunden werden das nicht verstehen, denn es gibt Verhandlungsfortschritte, und die nächsten Termine sind vereinbart." Für Mittwoch, Donnerstag und Freitag sind wieder Verhandlungen mit den Gewerkschaften angesetzt. Dagegen begründeten Transnet und GDBA ihren Warnstreik-Aufruf damit, dass die Verhandlungen in der Frage der Arbeitszeit festgefahren seien.

Die Arbeitgeber hätten hier bislang keine akzeptablen Angebote unterbreitet. Transnet-Chef Alexander Kirchner und der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel erklärten, für die Bahn-Angestellten stehe die Planbarkeit ihres Arbeitseinsatzes ganz oben auf der Agenda. Es müsse in diesem Punkt künftig "mehr Verlässlichkeit" geben. Dazu zählten unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Jahr.

Warnstreiks sind "steigerungsfähig"

"Wir müssen jetzt mit Warnstreiks diesen Forderungen Nachdruck verleihen", betonten die beiden Gewerkschafts-Chefs. Die Aktionen würden "spürbar und steigerungsfähig" sein. Sie würden zudem einen Großteil des Beschäftigtenspektrums erfassen. Die Tarifkommission von Transnet und GDBA hatte die Bahn bereits am Freitag zur Vorlage eines verbesserten Angebots aufgefordert und ansonsten mit Warnstreiks gedroht.

Neben den Regelungen bei der Arbeitszeit geht es dabei auch um Entgelterhöhungen. Die Bahn bot den 150.000 Beschäftigten zuletzt zwischen 2,7 und 3,0 Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaften sprachen dagegen von lediglich einem Prozent.

Die Gewerkschaft GDL, die in den Tarifverhandlungen die Interessen der Lokführer vertritt, sieht derzeit keinen Anlass für einen Ausstand: "Die nächste Tarifrunde ist am 30. Januar, wir warten das Ergebnis dieser Gespräche ab. Erst dann kommt auch unsere Tarifkommission zusammen", sagte eine GDL-Sprecherin dem Internetportal der "Berliner Morgenpost". Anders als Transnet und GDBA befindet sich die GDL zudem noch in der Friedenspflicht, wie die Zeitung schreibt.

Die Bahn AG verhandelt seit dem 14. Januar mit Transnet und GDBA einerseits und der GDL andererseits über neue Tarifverträge. Die für rund 20.000 Lokführer verhandelnde GDL verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, die für die restlichen rund 130.000 Beschäftigten auftretende Tarifgemeinschaft (TG) aus Transnet und GDBA fordert zehn Prozent mehr.

AP / AP